Auch Vorträge sollen zusätzlich Aufschluss über die Gefahren geben und die Menschen über das Thema genau informieren. Hierzu wird auch der Vortrag "Glücksspielsucht – Hintergründe & Hilfsangebote" gehalten, bei dem die Psychologin Ursula Buchner von der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen zuerst einmal die Facetten der Sucht und das Thema Sucht als Krankheit näher erläutert. Auch für Fragen und Diskussionen soll vor Ort bei diesem Vortrag Raum geschaffen werden.

Die Schuldgefühle stellen laut Suchtexperten bei der Spielsucht ein besonders großes Problem dar. In der Gesellschaft ist die Spielsucht als Krankheit nicht anerkannt, daher glauben die meisten unbeteiligten Menschen, dass die Spieler selber schuld seien, wenn sie der Spielsucht verfallen.

Birgit Pfaffenberger von der Beratung Glücksspielsucht im Netzwerk macht darüber hinaus deutlich, dass die Spielsüchtigen selber meist der Meinung sind, sie seien Schuld an der eigenen Misere. Dieses Denken kann bewirken, dass die Betroffenen sich nicht trauen eine Beratungsstelle aufzusuchen oder von anderer Seite Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch wenn Hilfe in Anspruch genommen wird, ist meist aus diesem Gründen gerade am Anfang der Einstieg in die Therapie besonders schwer, so Pfaffenberger.

Die Hilfestellung des Netzwerks, in dieser Art und Weise, ist eine ganz neue Variante. Hier werden Vorträge angeboten, zu denen nicht angemeldet werden muss und bei denen jeder einfach zuhören kann, ohne sich selber an Diskussionen zu beteiligen. Dieses Angebot ist vor allem für Suchtkranke sehr gut, die sich für die eigene Sucht schämen. So kommen auch Personen mit einer hohen Hemmschwelle ins grübeln und haben im Anschluss vielleicht das Interesse und den Mut dazu sich professionelle Hilfe zu holen.

Die Anzahl der Spielsüchtigen steigt immer weiter. Während es vor einigen Jahren vorrangig Männer waren, die der Sucht verfallen sind, sind es heute Männer als auch Frauen und zunehmend wächst die Gruppe der Jugendlichen, die regelmäßig Spielen. Dies bereite vor allem den Suchtexperten ganz besondere Sorgen, da hier offensichtlich nicht ausreichend Schutz für die Jugend vorhanden sei.

Oft sind es Spieler, die sich aus eigenen Problemen heraus dem Glücksspiel zuwenden. In Landshut gibt es ein großes Angebot und den Besuchern werden Appetizer in Form von Kaffe, Getränken oder Schokoriegeln kostenlos gereicht. In einer solch familiären Atmosphäre fühlen sich laut Experten viele Personen besonders gut aufgehoben. Oft wird die Flucht in das Glücksspiel als eine Flucht vor der Realität genutzt.

Neben den Spielbanken und den Automatenhallen ist nun ein weiterer Faktor besonders beliebt bei den Spielern, das Glücksspiel im Internet. Dieser Faktor wird jedoch gleichzeitig für die Spieler auch zur immer größeren Gefahr. Es kann rund um die Uhr gespielt werden, es gibt keinen Dresscode und die Spieler müssen nicht einmal das Haus verlassen, natürlich erfreuen sich viele Spieler an dieser Einfachheit, die ihnen ganz bequem Zugang zu ihren Lieblingsspielen von zu Hause aus verschafft.