Es ist bekannt, dass weltweit an vielen Orten gegen unterschiedliche Glücksspielangebote vorgegangen wird. Je nachdem welche Regulierung in entsprechenden Ländern vorherrscht, versuchen entsprechende Regierungen die Gesetze in der Realität in die Tat umzusetzen. So ist es auch keine Neuheit, dass in China versucht wird die restriktiven Anti-Glücksspiel-Gesetze durchzusetzen. Doch während die meisten Länder sich hauptsächlich mit Unternehmen im eigenen Land beschäftigen, die sich an entsprechende Gesetze halten sollen, hat die chinesische Regierung nun mit der „Aktion scharf“ versucht, gegen australische Glücksspielanbieter vorzugehen – nicht ohne Erfolg.

Zur Vorgeschichte ist zu sagen, dass die australische Hotel- und Casinokette Crown Resorts sich in den vergangenen Jahren sehr darum bemüht hatte, vor allem auch chinesische Zocker von dem eigenen Glücksspielangebot in Australien zu überzeugen. Bei dieser Überzeugungsarbeit war es vor allem das Ziel, mit besonderen Angeboten chinesische Spieler in das eigene Resort in Australien zu locken. Die Reaktion der chinesischen Regierung setzt sich vorrangig aus Missfallen zusammen. Dieses zeigte sich nun in der großangelegten „Aktion scharf“.

Was ist die „Aktion scharf“?

  • Festnahmen von 18 Mitarbeitern des australischen Unternehmens wegen Glücksspielverbrechen
  • unter den festgenommenen Mitarbeitern sind drei australische Staatsbürger
  • Beunruhigung bei der australischen Regierung
  • der Vergangenheit wurden selten auch ausländische Bürger Opfer von solchen Razzien
  • mit der Aktion sollen die Geschäftspraktiken von Crown Resorts in Bezug auf das Anwerben von chinesischen Kunden durchleuchtet werden

Australische Geschäftsleute sind nicht sicher

Die „Aktion scharf“ sorgt natürlich vor allem in Australien für Diskussionen. Hier ist bereits die Rede davon, dass kein Australischer Geschäftsmann sich in Bezug auf China jemals sicher fühlen kann. Genauere Informationen zu den Festnahmen gibt es bisher nicht. Dennoch habe die Aktion in Australien Besorgnis bei Regierungsmitgliedern ausgelöst und die Methoden der chinesischen Regierung werden von Seiten der australischen Politiker stark hinterfragt. Von Seiten der australischen Regierung wird den Australiern, die in einem anderen Land Probleme bekommen, konsularische Beratung angeboten. Das ist zuerst einmal auch das, was in diesem Fall von Seiten der Australischen Regierung unternommen werden kann.

China und das Glücksspiel führen schon seit Jahren eine nicht ganz einfache Beziehung. Glücksspiel ist in China schon seit Jahrzehnten Verboten und auch die Bewerbung von diesem ist ein absolutes Tabu, zumindest auf dem chinesischen Festland. Der größte Kontrast zu diesem Glücksspielverbot, für welches die chinesische Regierung jeden Kampf beginnen würde, steht die Glücksspielmetropole Macau. Während der Kampf sich bisher auf die illegalen Angebote in China konzentrierte ist dies nun das erste Mal, dass die chinesische Regierung nun auch gegen Anbieter vorgeht, die außerhalb der chinesischen Grenzen agieren.