In Krishnapur wurde erst kürzlich ein Fall bekannt, bei dem ein Familienvater nicht nur sein komplettes Hab und Gut bei einem Pokerverspiel in seinem Dorf Buritale verspielte, sondern vielmehr noch das Hochzeitsversprechen der eigenen, 13-jährigen Tochter riskierte und verlor. Nachdem der krankhafte Spieler schon sein gesamtes Habe gegen den Lokalfavoriten Sukumar Mandal aufs Spiel gesetzt und verloren hatte, setzte der Inder das Eheversprechen seiner jungen Tochter gegenüber dem Nachbarn ein. Auch hier verlor er erneut und hat damit nicht nur die Existenz seiner ganzen Familie aufs Spiel gesetzt, sondern vielmehr das Leben der eigenen Tochter verspielt.

Spielerschulden sind offensichtlich auch in Indien Ehrenschulden, denn es wurde bereits einige Zeit nach dem Spiel alles für die bevorstehende Hochzeit vorbereitet. Das 13-jährige Mädchen musste die Schule abbrechen und in der Nachbarschaft wurde alles vorbereitet, um das Paar zu vermählen. Die Tatsache, dass der Mann doppelt so alt ist, wie das junge Mädchen, scheint hierbei für die Inder keine Rolle zu spielen. Auch in Indien jedoch ist Zwangsheirat mit Minderjährigen verboten. Die Organisation "Childline" hat Wind von der Sache bekommen und hat Mitarbeiter ins das Dorf geschickt, um die Hochzeit zu verhindern.

Nach Aussage von Organisationsmitgliedern wird hier alles daran gesetzt, um solche Zwangsehen zu verhindern. Glücksspiel dürfe nicht über das Schicksal eines jungen Mädchens entscheiden. Hinter solchen Zwangsehen stecke oft Analphabetismus, so ein Sprecher der Organisation. Das Mädchen sei noch ein Kind und Zwangsehen mit Kindern sind vor Ort verboten. Ende Januar wurde der Hochzeitstermin in diesem Fall angesetzt, die Organisation vor Ort setze nach eigenen Angaben nun alles daran, diese Hochzeit, die aus der Spielsucht eines einzigen Mannes resultiert, zu verhindern.