Einzelne Schicksale machen deutlich, wie schlimme Folgen die Spielsucht haben kann. In einem Interview erzählt ein betroffener Vater von der Spielsucht seines Sohnes, die ihn alles gekostet hat. Er habe sein Land verkaufen müssen, die Familie musste die eigenen Ersparnisse für die Sucht des Sohnes aufbrauchen und Schmuck und Wertgegenstände mussten verkauft werden.

Noch immer ist der Vater damit beschäftigt die Schulden des Sohnes bei den Kredithaien zurückzuzahlen. Neben den finanziellen Schulden kann es aufgrund von Spielsucht auch zu kriminellen Handlungen führen, so wurde der Familie sowohl die Mutter als auch die Schwiegertochter genommen, die beide aufgrund des hohen Schuldenberges des Spielsüchtigen ermordet wurden, so der Vater.

In Goa ist das Live-Glücksspiel legal. Ansonsten ist das Glücksspiel in Indien vornehmlich verboten. Die Casinos vor Ort erleben einen enormen Boom. Viele Gäste bedeuten viele Umsätze für die Betreiber der Etablissements, aber gleichzeitig verschlimmern sich die Schicksale der betroffenen Spielsüchtigen.

Der Staat verdient an dem Glücksspielangebot und scheint auch darauf angewiesen, denn durch den Bergbau kann der Staat nach einem Urteil des obersten Gerichtshofs keine Steuereinnahmen mehr generieren. Es ist eine Art Teufelskreis für Regierung und Bevölkerung, wo das Glücksspiel einerseits für den Staat eine finanzielle Erleichterung ist, aber einzelne Bewohner in den finanziellen und auch persönlichen Ruin treiben kann.

Während einige Politiker sich vermehrt gegen die Casinokultur aussprechen, kann der Staat die Existenz der Etablissements mit den Steuereinnahmen rechtfertigen. Neben den Einnahmen aus den Steuern sind die Casinos Anziehungspunkte für Touristen, die bei einem Besuch in Goa nach Unterhaltung und Abwechslung streben.