Marktgerüchten zufolge will der österreichische Wettanbieter bwin nun auch einen der ganz großen Fische im Online Gaming Geschäft, den britischen Anbieter 888.com, aufkaufen. Das Unternehmen wirft derzeit einen Unternehmenswert (= Marktkapitalisierung plus Schulden minus liquide Mittel) von 335 Millionen Euro in die Waagschale. Diese Größenordnung scheint für bwin jedoch verdaubar, denn Bloomberg führt liquide Mittel von etwa 150 Millionen Euro an. Erst vor kurzem wurde der italienische Anbieter Gioco Digitale von bwin aufgekauft. Stolze 50 Millionen Cash und 2.3 Millionen eigener Aktien sind für diesen Deal geflossen, die Aktien sind zum aktuellen Kurs 85 Millionen Euro wert.

Zukäufe tätigt bwin gerne mit einer Mischung aus Bargeld und eigenen Aktien, so wird auch das alte Management an Bord gehalten.

Bereits letzte Woche wurde bwin an einer "Nebenfront" aktiv: Der Anteil an der ebenfalls in Wien gelisteten Sport­Wettbörse Betbull wurde auf knapp 37 Prozent ausgebaut. Im Vergleich zu bwin haben die Briten ein günstigeres Kurs­Gewinn­Verhältnis, somit würde sich die bwin­Aktie verbilligen, das würde für den Einstig von 888 sprechen. 888 bietet kaum lukrative Sportwetten an, was bedeutet, dass die Margen von 888 unter denen von bwin liegen. "Wir kommentieren offiziell keine Gerüchte. Wir sprechen mit vielen verschiedenen möglichen Partnern und Firmen, da alle Börsenotierten eines gemeinsam haben: die regulierte öffnung Europas", so jedenfalls bwin­Co­CEO Norbert Teufelberger. Doch was sagt Branchenexperte Alfred Reisenberger, Chefanalyst für österreich und CEE bei Cheuvreux: "Ja, das würde passen. Ich glaube aber, dass bwin nach der Übernahme von Gioco Digitale jetzt schon sehr gut im Pokergeschäft aufgestellt ist. 888.com ist eigentlich in den falschen Märkten für bwin tätig."