Jedem Bundesland steht eine bestimmte Anzahl an Konzessionen zu. Für das Bewerbungsverfahren und die Auswahl soll das Ministerium für Inneres und Sport in Hessen zuständig sein. Durch Zufall ist man nun darauf aufmerksam geworden, dass die Ausschreibung begonnen hat, so der Verband Europäischer Wettunternehmer.

Als Vertreter des Monopols in Deutschland ist die Anwaltskanzlei CBH in Köln bekannt, die bisher den Deutschen Toto- und Lottoblock vertrat. Auf der Webseite des hessischen Ministeriums wird nun angegeben, dass diese Anwaltskanzlei auch für die Ausschreibungsbestimmungen zuständig sein soll.

Der Verband kann diesen Wiederspruch kaum fassen, da die Kanzlei als Verfechter des Monopols bekannt ist und nun für die Ausschreibung und somit für die Liberalisierung zuständig sein soll. Von Seiten der Kanzlei wurden in der Vergangenheit außerdem gerichtliche Verfahren gegen private Sportwettenanbieter eingeleitet, die nun als potentielle Bewerber für die Lizenzen auf dem Plan stehen.

Man befürchte nun, dass durch diese Tatsachen und durch die entsprechenden Vorgeschichten ein Interessenskonflikt entstehen könnte, auch wenn CBH letztlich nicht die Entscheidung bei der Konzessionsvergabe fällen wird. Daher soll nun nach Standesrecht geprüft werden, ob die angestrebte Verfahrensweise rechtlich überhaupt zulässig ist. Es macht sich derzeit Unverständnis darüber bereit, wieso das hessische Ministerium überhaupt eine Anwaltskanzlei beauftragen muss, um das Auswahlverfahren abzuwickeln.

Die Anträge können laut Webseite des Ministeriums bis zum 4. September dieses Jahres eingereicht werden, dann endet die Antragsfrist. Auch ausländische Bewerber müssen ihre Unterlagen in deutscher Sprache verfasst einreichen. Demnach müssen Urkunden und Zeugnisse in anderer Sprache vorab übersetzt werden.

Die kurze Frist und das nicht publik machen, dass das Auswahlverfahren bereits begonnen hat, sehen viele nun als Schikane an, da es vor allem auch ausländischen Anbietern sehr schwer gemacht wird. Wenn diese überhaupt davon erfahren, dass Bewerbungen bereits eingereicht werden können, so haben sie nun nur noch wenige Wochen Zeit, um die Unterlagen in deutscher Sprache, also übersetzt, zusammenzustellen.