Das Glücksspiel erfreut sich vielerorts großer Beliebtheit, so auch in der Stadt Kempen. In vielerlei Hinsicht ist das Glücksspiel, welcher Art auch immer, ein zweischneidiges Schwert. Zum einen bietet es den Nutzern großes Vergnügen und Abwechslung, zum anderen gibt es die drohende Gefahr der Spielsucht. Auf der einen Seite, sehen Behörden, Politiker und Institutionen die Spielsucht als große Gefahr an, die bekämpft werden müsste, auf der anderen Seite profitieren auch die Städte und Gemeinden von der Nutzung des Glücksspielangebots durch die Spieler.

In Kempen wird das Automatenspiel weiterhin zunehmend beliebter. Während die Spieler sich an dem Angebot freuen, ist die Gefahr der Spielsucht hierbei nicht von der Hand zu weisen. Viele der Spieler sind bereits der Spielsucht verfallen. Eigentlich schlimm, doch die Kommunen profitieren von dieser Spielsucht. Die Vergnügungssteuer spielt in Kempen und so auch in anderen Regionen viel Geld in die Kassen der Städte.

Geschätzte Zahlen zur Spielsucht in Kempen und Umgebung:

  • rund 960.000 Euro wurden in Kempen an 58 Automaten in Gaststätten und Spielhallen verzockt
  • rund 984.000 Euro wurden in der Gemeinde Grefrathan an 47 Geräten verzockt
  • in Willich wurden an 145 Automaten rund 3,4 Millionen Euro verspielt
  • in Tönisvorst wurden an 124 Geräten etwa 3,3 Millionen Euro verzockt
  • in der Kreisstadt Viersen waren es an 394 Automaten sogar mehr als zehn Millionen Euro

Verlust bei den Spielern bedeutet Profit bei den Städten

Dass viel gespielt wird zeigen die ermittelten Zahlen. Bei den Spielern wird die Spielsucht immer präsenter, man hört Süchtige klagen und es werden Geschichten von großen Geldverlusten erzählt. Während hier die Gefahr immer weiter anwächst, kann der Profit der Städte sich sehen lassen. Durch die Erhebung der Vergnügungssteuer erhalten die Kommunen einen gewissen Prozentsatz des Einspielergebnisses je Gerät.

Übersicht der Einnahmen durch die Spielsucht:

  • Kempen kassierte 2011 rund 37.000 Euro Vergnügungssteuer aus Glücksspiel
  • 2013 waren es etwa 51.000 Euro
  • 2015 bereits fast 72.000 Euro

Die Anzahl der Geräte ist zwar relativ konstant geblieben in den vergangenen Jahren, doch dies zeigt umso deutlicher, dass das Automatenspiel bei den Spielern immer beliebter wird. Bisher lag der Steuersatz in Kempen bei 10 Prozent, nun soll dieser auf 20 erhöht werden. Für die Stadt bedeutet dies, dass die Einnahmen sich pro Jahr um 50.000 bis 60.000 Euro vermehren könnten. Doch hilft die Steuererhöhung nur der Stadt oder kann den Spielern so auch ein verbesserter Schutz geboten werden? Hier gehen die Meinungen auseinander. Während die einen nur den Profit für die Kommunen sehen, gehen diese davon aus, dass der erhöhte Steuersatz als ordnungspolitisches Instrument verstanden werden kann. Die Aufstellung der Spielgeräte könnte mit dieser Steuererhöhung eingeschränkt werden, so die Kempener Stadtverwaltung.