In Wien zum Beispiel wurden mit der Einführung des Gesetzes alle Automaten beschlagnahmt, die nach der neuen Regelung vor Ort nicht mehr legal waren. Stärkster Gegner gegen die strenge Gesetzgebung ist der österreichische Automatenverband, doch wer gehört eigentlich noch in diese Vereinigung?

Offiziell setzt sich der österreichische Automatenverband aus Glücksspielbetreibern zusammen. Da das kleine Glücksspiel nun jedoch in zahlreichen Bundesländern verboten ist, wie viele legale Anbieter gibt es in diesem Bereich dann noch? Novomatic, als einer der größten Glücksspielanbieter in Österreich, weigert sich dem Automatenverband anzugehören. In den vergangenen Jahren sind zudem mehr und mehr Mitglieder ausgetreten. Was geblieben ist, ist der harte Kern an Anbietern, die es teilweise mit der Gesetzgebung nicht so genau nehmen und auch illegal noch kleines Glücksspiel in vielen Bundesländern anbieten.

Helmut Kafka ist als Anführer des österreichischen Automatenverbands bekannt und hat sich in der Vergangenheit mit seinem ruppigen Tonfall wohl keine Freunde gemacht. Aktuell gibt es noch 80 Mitglieder, die Anzahl derer ist jedoch weiterhin im Sinkflug. Als größten Feind sieht Kafka die Finanzpolizei an, die seiner Angabe nach viel zu ruppig und teilweise menschenverachtend in die Casinos poltert, um dort die illegalen Geräte zu beschlagnahmen. Das dies jedoch zum Teil durch die illegalen Anbieter so heraufbeschworen wird, dies verschweigt das Oberhaupt des Automatenverbandes. Grundsätzlich macht Kafka seine Einstellung immer wieder deutlich: die Gesetzgebung in Österreich wiederspreche dem Europarecht.

Notwendige Regulierung des Glücksspielmarkts

Während Kafkas Äußerungen sich zum Teil auch gegen die großen Glücksspielanbieter Novomatic und Casinos Austria richten, die seiner Ansicht nach erfolgreichen Lobbyismus betreiben, ist die Glücksspielgesetzgebung in Österreich tatsächlich vielleicht eine notwendige Regulierung des Glücksspielmarktes, die in erster Linie dem Spielerschutz dienen soll.

Mit der Gesetzgebung wurde entschieden, dass alle legalen Spielgeräte an das Bundesrechenzentrum angeschlossen werden sollen. Auch auf diesem Weg fällt es leichter, die illegalen Glücksspielgeräte ausfindig zu machen und zu verbannen. Das kleine Glücksspiel soll mit der Gesetzgebung in Österreich in kontrollierte und regulierte Bahnen gelenkt werden, mit der Absicht auf diesem Weg die Spieler besser zu schützen.