In der Schweiz gibt es aktuell den Plan, dass die Banken vor Ort die Rolle der Finanzpolizei einnehmen. Diese Rolle wollen die Banken jedoch nicht einnehmen, denn neben dem Verwaltungsaufwand könnten zudem Compliance-Probleme auf die Banken zukommen. Die Rechtskommission hatte die Absicht geäußert, dass die Schweizer Banken per Gesetz zu Zahlungssperren an illegale Online-Glücksspiel-Anbieter verpflichtet seien. Diese sogenannten Finanztransaktionssperren sollen beim Kampf gegen das illegale Glücksspiel helfen, doch die Banken haben sich dagegen ausgesprochen, an dieser Stelle die Finanzpolizei zu spielen.

Kritik von Seiten der Bankvertreter:

  • befürchtete Compliance-Probleme
  • enormer Verwaltungsaufwand
  • Teilnahme an Geldspielen nicht ungesetzlich
  • Transaktionssperren seien nicht praktikabel und belasten einen Teil der Wirtschaft mit Kosten

Lassen sich illegale Glücksspiele mit Finanztransaktionssperren verhindern?

Die Frage, die sich stellt, ist, ob Finanztransaktionssperren tatsächlich dabei helfen könnten, die Nutzung von ausländischen Glücksspielangeboten im Internet zu verhindern. Sowohl die Banken als auch der Wirtschaftsverband Economiesuisse haben deutlich gemacht, dass nicht davon ausgegangen wird, dass die Finanztransaktionssperren langfristig ein effektives Mittel darstellen könnten. Es wird davon ausgegangen, dass mit solchen Mitteln dafür gesorgt wird, dass weitere Probleme entstehen. Damit würde ein Problem bekämpft und daraus könnten dann wiederum mehrere weitere Probleme entstehen. Demnach werden die Transaktionssperren nicht als effektives Mittel bei der Bekämpfung von illegalen Glücksspielangeboten angesehen.

In der Schweiz ist das Online Glücksspiel aktuell noch generell verboten. Der Gesetzgeber plant hier jedoch eine Lockerung des Gesetzes. Das Online Glücksspiel soll in Zukunft erlaubt sein, allerdings ist hierbei aktuell die Rede davon, dass inländische Anbieter ihre Glücksspielangebote in Zukunft auch online präsentieren können. Für ausländische Anbieter soll die Gesetzgebung nicht gelten, wodurch Online-Glücksspielangebote von ausländischen Anbietern in der Schweiz auch weiterhin verboten bleiben sollen.