Die Vorgängerregierung bestehend aus CDU und FDP, hatte den Weg des Alleingangs eingeleitet und das eigene, besonders liberale Glücksspielgesetz verabschiedet. Die neue Regierungskoalition plante jedoch von Anfang an sich den anderen Bundesländern anzuschließen und den Sonderweg zu verlassen. Dies setzt die neue Regierung nun um, trotzdem das Glücksspielgesetz Schleswig-Holstein von der EU-Kommission bereits hoch gelobt wurde.

Nach dem Glücksspielgesetz Schleswig-Holstein sollte in dem nordischen Bundesland eine besonders liberale Regelung vorherrschen. Hier war die unbegrenzte Lizenzvergabe im Bereich der Sportwetten und anderer Glücksspielangebote wie Online Casinos und Poker vorgesehen. Während das nordische Glücksspielgesetz so liberal ist, so sind bei dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag klare Einschränkungen vorgesehen. Nach dem neu verabschiedeten Gesetz sind weder Online Poker noch Online Casinos gestattet. Die Vergabe von Lizenzen für Sportwettenanbieter wurde auf insgesamt 20 beschränkt.

Bis zum Zeitpunkt der Abschaffung des Kieler Glücksspielgesetzes wurden in Schleswig-Holstein insgesamt 26 Lizenzen für Sportwettenanbieter und 23 Lizenzen für Online Casinos ausgegeben. Die Lizenzen haben ihre Gültigkeit, denn trotz Abschaffung des liberalen Gesetzes, wurden die Genehmigungen auf die nächsten Jahre ausgegeben, unabhängig davon, ob das Gesetz weiterhin bestehen bleiben wird oder nicht.

Grundsätzlich wird von verschiedenen Seiten immer noch angezweifelt, ob es sich bei dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag um ein europarechtskonformes Gesetz handelt. Durch die Zweifel, die schon damals bei der schwarz-gelben Regierung bestanden, entschied diese sich damals für den Alleingang Schleswig-Holsteins. Nun soll der Europäische Gerichtshof in naher Zukunft eine Entscheidung darüber treffen, ob das für ganz Deutschland geltende Gesetz inklusive verbot von Online Casinos und Online Poker mit dem Europarecht vereinbar ist.