Während Wege zur Bekämpfung der Spielsucht ausgelotet werden, wurde gleichzeitig die Mindeststeuer für Spielautomaten gesenkt. Während also weniger Steuern abgegeben werden müssen, sollen gleichzeitig die Spieler weniger Lust auf das Spielen an den Automaten bekommen? Für den Bürgermeister Fritz Wagner und Kämmerer Martin Kilian kaum vorstellbar.

Bisher betrug die Mindeststeuer für Spielautomaten 120 Euro. Die Reduzierung auf die Hälfte soll nun erfolgen, wodurch Kritiker befürchten, dass das Spielen an Automaten für die Spieler eher noch attraktiver werden könnte, anstelle diese vor dem Spielen zu bewahren. Mit der geringen Gebühr, die die Betreiber nämlich nun für einen Spielautomaten an Steuern entrichten müssen, wachsen für die Betreiber auch die Möglichkeiten, weitere Glücksspielgeräte aufzustellen. Ein umfassenderes Angebot würde laut Experten zur Erhöhten Nachfrage führen. Die Steuersenkung soll nun vorerst für ein Jahr auf Probe durchgeführt werden.

Mit der Satzungsänderung wurden jedoch auch weitere änderungen vorgenommen, die die Spielsuchtbekämpfung weiterhin verstärken sollen. Unter anderem ist es von nun an vorgesehen, dass zehn Prozent des Einspielertrages als Steuer abzuführen, wohingegen vorher ein Pauschalbetrag vorgesehen war. Der Betrag, der von nun an abgeführt werden muss, ist für die Betreiber schwer einzuschätzen, da es davon abhängt wie viele Spiele pro Automat erfolgten und wie viel Geld investiert wurde. Anhand dessen wird dann festgelegt wie hoch der Betrag in Höhe von 10 Prozent ist.