Für Außenstehende mag die Beliebtheit des Glücksspiels in diesem Fall kaum nachvollziehbar sein, aber dennoch ist die Beliebtheit des kleinen Glücksspiels in Deutschland weiterhin ungebrochen. In den Straßen der Städte befinden sich unzählige Automatenhallen, die Gäste besuchen diese und stellen in den Etablissements an den Spielautomaten ihr eigenes Glück auf die Probe. Auch in Köln definieren Spielhallen das Bild einiger Straßen in der Innenstadt.

Die Spielhallen in Köln unterliegen einigen gesetzlichen Regelungen, die sich vor allem mit dem Spieler- und dem Jugendschutz befassen. So ist es vorgegeben, dass die Scheiben der Etablissements von außen blickdicht sein müssen. Dies verleiht den Spielhallen von innen jedoch wiederum eine Gewisse Gemütlichkeit, in einer Spielhalle befinden sich die Spieler sozusagen in ihrer eigenen kleinen Glücksspielwelt.

Viele der regelmäßigen Besucher in den kleinen Spieletablissements kennen sich. Die Atmosphäre in den Spielhallen ist gemütlich, einige Spielgeräte sind in Benutzung und das piepen und rasseln der Geräte bestimmt die Atmosphäre. Heute kann in den meisten Spielhallen nicht mehr geraucht werden, dennoch gibt es Gäste, die an den Spielgeräten sitzen und den kostenlosen Kaffee und die Softdrinks vor Ort genießen.

Grundsätzlich gilt es beim kleinen Glücksspiel, dass vor allem die Betreiber damit einen Gewinn generieren müssen. Dies bedeutet für die Spieler auf lange Sicht, dass sie grundsätzlich die Verlierer bleiben werden. Von jedem Einsatz wird ein Prozentsatz in Höhe von fünf bis 25 Prozent abgezogen, der dem Betreiber zu Gute kommt. Für unregelmäßige Spieler kann das kleine Glücksspiel erfolgreich sein, da es natürlich die Möglichkeit gibt mit einem Gewinn an einem der Spielgeräte ein paar hundert Euro zu generieren.

Für die regelmäßigen Spieler jedoch bedeutet das Glücksspiel in den Spielhallen langfristig einen Verlust. Doch gerade die Dauerspieler sehen in dem kleinen Glücksspiel vor allem den Unterhaltungsfaktor. Das Spiel spielt sich fast von selbst, die Spieler haben gleichzeitig die Möglichkeit sich mit dem Nebenspieler über aktuelle Themen zu unterhalten und genießen die Gesellschaft in der eigenen Glücksspielatmosphäre.

Die Anzahl der Spieler an den Spielautomaten ist in den vergangenen Jahren enorm angestiegen. Grundsätzlich befinden sich natürlich gerade unter den regelmäßigen Spielern auch Gamer, die ein problematisches Spielverhalten aufweisen. In den Spielhallen gelten strenge Regelungen, die dem Spielerschutz zu Gute kommen sollen. Doch sowohl Betreiber als auch Hersteller, für die der Umsatz natürlich das wichtigste ist, haben bereits Möglichkeiten gefunden, wie die gesetzlichen Regelungen des Spielerschutzes umgangen werden können.

Es gibt gesetzlich einen maximalen Geldeinsatz, der an den Spielautomaten getätigt werden darf, sodass die Spieler an den Spielautomaten pro Stunde nicht mehr als 80 Euro verlieren können. Umgangen werden diese Regelungen von den Betreibern, indem diese lediglich Punktespiele anbieten. Bei diesen werden die Einsätze der Spieler in Punkte umgewandelt, und zu eben diesen Punkten gibt es keine Einsatzbeschränkung, sodass die Spieler letztendlich mehr Geldeinsatz pro Stunde tätigen können als eigentlich offiziell erlaubt.

Während also der Spieler in diesen Fällen weiterhin der Verlierer bleibt und die Automaten die Gewinner sind, gibt es von Seiten der Politiker immer wieder Vorstöße, die sich gegen die Automatenindustrie richten. Doch meist sind diese eher erfolglos, da ja auch die Städte von dem Glücksspiel in den Spielhallen profitieren.

Steuereinnahmen werden durch Glücksspiel generiert, meist handelt es sich hierbei um Beträge, auf die die Kommunen nicht verzichten wollen. Pro Jahr belaufen sich die Einnahmen der Stadt Köln allein auf eine Summe in Höhe von zehn Millionen Euro, die ausschließlich durch die Vergnügungssteuer für Automaten eingenommen werden.