Doch freuen tun sich nicht alle über diese Tatsache, vor allem die Betreiber der Spielhallen fühlen sich ungleich und ungerecht behandelt. Diese beklagen sich darüber, dass seit dem Spielhallengesetz immer mehr Cafes Spielautomaten integriert haben und vor Ort gezockt werden kann, während diese offensichtlich nicht unter das im Jahr 2011 verabschiedete Gesetz zu fallen scheinen.

In dem neuen Gesetz für Berlin wurde festgelegt, dass zwischen den Spielhallen ein Mindestabstand von 500 Metern zwischen den Spielhallen eingehalten werden muss. Auch dürfen keine Spielhallen in der Nähe von Schulen und Jugendeinrichtungen eröffnet werden. Weitere Regelungen sehen vor, dass Mehrfachkonzessionen nicht mehr gestattet sind und insgesamt nur noch maximal 12 Spielautomaten in einer Spielhalle aufgestellt werden dürfen.

Als letzte Regelung wurde außerdem eine verkürzte öffnungszeit eingeführt, die vorsieht, dass die Etablissements zwischen 3 Uhr und 11 Uhr geschlossen bleiben. Seit der Einführung des Gesetzes und den damit verbundenen Regelungen wurden in dem Bezirk Mitte keine Spielhallen mehr eröffnet. Ferner gab es weder in Charlottenburg noch in Wilmersdorf Anträge zur Eröffnung neuer Spielhallen.

Die Verantwortlichen sehen die Gründe für den Erfolg im neuen Berliner Spielhallengesetz. Dieses macht Neueröffnungen für die Betreiber offensichtlich tatsächlich unattraktiv. Zudem sind die Betreiber unsicher, wie die Lage im Jahr 2016 aussehen wird, da bis dahin die übergangsfrist verstrichen sein und zusätzlich entschieden wird, welche Etablissements bleiben dürfen und welche geschlossen werden müssen.

Die Betriebe, die bis zu diesem Zeitpunkt unter den Bestandsschutz fallen, müssen zu diesem Zeitpunkt neue Genehmigungen einholen und es ist nicht klar, welche Spielhallen dann noch eine Genehmigung erhalten können.

Die Spielsucht in Berlin ist besonders ausgeprägt.

Schätzungen und Statistiken zu Folge gibt es in Berlin etwa 37.000 Personen, die der Spielsucht verfallen sind. Derzeit gibt es rund 570 Spielcasinos. Mit Veranstaltungen wie dem erst kürzlich veranstalteten "Aktionstag gegen Glücksspielsucht", wollen die Zuständigen auf die Problematik aufmerksam machen, aufklären und den Betroffenen Hilfe anbieten. Allerdings gibt es auch Gegner des Spielhallengesetzes. Zu diesen zählt der Vorsitzende der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland, Thomas Breitkopf.

Dieser machte schon mehrfach deutlich, dass durch das Spielhallengesetz die Spielhallen zwar unterdrückt werden, jedoch der Wildwuchs der aufgestellten Automaten in den Gaststätten und Caf?s anwachsen würde. Dadurch würde die Spielsucht nicht gemindert, sondern ganz im Gegenteil weiterhin unterstützt werden, da hier nicht ausreichend Kontrolle vorhanden sei.

In diesem Problem wird gleichzeitig auch die Ungerechtigkeit von Seiten der Spielhallenbetreiber gesehen, da die Spielautomaten in Gaststätten nicht kontrolliert werden und in den Spielhallen gleichzeitig eine immer stärkere Kontrolle stattfindet.