Berlin hat Einiges wie Action, Gewalt und Armut vorzuweisen. Was aber die Spielhallen in der Stadt angeht, da verschlägt es selbst dem härtesten Spieler die Sprache. In den vergangenen fünf Jahren schnellte die Zahl der offiziell registrierten Automaten in Berlin um die Hälfte nach oben.

Obendrauf kommt noch eine ansehnliche Dunkelziffer. Die meisten Spielhallen finden sich im Berlin Mitte, hier gibt es rund 640 Automaten in 71 lizenzierten Spielstätten. Die Ziffer der Suchtkranken ist hier immens hoch, mittlerweile sollen mehr als 30.000 Bewohner der Hauptstadt von der Spielsucht betroffen sein.

Dies kommt nicht überraschend, denn in Berlin werden die Automaten jeden Tag mit etwa einer halben Million Euro gefüttert. Die Spieler beginnen schon meist sehr früh am Tag mit ihrem "Beutezug". Viele der Betroffenen suchen Ablenkung von ihrer Einsamkeit am Automaten.

Die meisten Betreiber der Spielhallen kümmern sich nicht großartig um das Rauchverbot, doch aber um das Untersagen von Mobiltelefonen. Die Spieler sollen ihren Fokus auf dem Automaten richten und beim Verprassen ihres Geldes nicht aufgehalten werden.

Um die Zocker bei Laune zu halten bieten viele Betreiber Gratisgetränke und -imbisse an. In zahlreichen Hallen darf man außerdem nur spielen, wenn man mindestens 23 Jahre alt ist. Die Betreiber haben die Angst, dass die jungen Zocker, bei denen beim Spiel der Spaß im Mittelpunkt steht, den älteren Spielern den Platz streitig machen könnten.

Letztere werfen aus Gründen der Sucht viel Geld in den Automaten. Wenn man die Rechtmäßigkeit mancher Spielhallen kritischer beobachtet, kann man sich durchaus einen Verweis aus der Spielhalle einhandeln.

Kriminelle Handlungen sind immer ein Punkt, die Anstöße für die unterschiedlichsten kriminellen Handlungen haben ihren Ursprung in einer Spielhalle. Deshalb liegt es der Regierung nun sehr am Herzen die Tätigkeiten der Spielhallen mithilfe neuer juristischer Vorgaben zu regeln. Ob dies die gewünschten Konsequenzen hat, ist noch offen.