Dies sei nach Angaben der Lotto-Geschäftsführerin Marion Caspers-Merk jedoch nicht der Fall. Die Kritik richte sich nur an die aktuelle Situation, die die Übergangsfrist darstelle und hierbei einige Probleme mit sich bringe. Sobald die Gesetzgebung und die Inhalte des Glücksspielstaatsvertrags durchgesetzt seien, so die Meinung der Lotto-Chefin, würde die Gesetzgebung bundesweit einheitlich und auch mit der europäischen Gesetzgebung vereinbar sein.

Zu der Bestätigung des Glücksspieländerungsstaatsvertrags kam es durch die EuGH-Entscheidung in der Rechtssache Ince. In dem Urteil wird deutlich, dass der EuGH davon überzeugt ist, dass eine Liberalisierung nicht verpflichtend sei, wenn diese dem angestrebten Niveau des Schutzes der Verbraucher und der Sozialordnung wiederspreche. Das Urteil des EuGH sei eine klare Bestätigung, der bestehenden Regulierung, so Caspers-Merk. Bei dem Urteil wurde der Glücksspielstaatsvertrag seitens des EuGH in Bezug auf den deutschen Sportwetten-Sektor nicht beanstandet.

Kein Freibrief für illegale Sportwetten

Die Kritik des Urteils scheint sich nach Angaben der Lotto-Geschäftsführerin lediglich auf die Übergangszeit zwischen altem und bestehendem Glücksspielstaatsvertrag zu beziehen. Das Urteil beziehe sich ihrer Auffassung nach lediglich auf das terrestrische Angebot von Sportwetten in Deutschland. Ausländische Anbieter, die in Deutschland als illegal gelten, da sie lediglich über Lizenzen aus Steuerparadiesen wie Malta und Gibraltar verfügen, würden mit dem Urteil keinen Freibrief erhalten, ihr Angebot in Deutschland zu präsentieren. Im Folgenden würde es nun um die effiziente Durchsetzung der Gesetze gehen, um so auf lange Sicht den Verbraucher- und Jugendschutz im Glücksspielsektor in Deutschland garantieren zu können.