In Hessen ist die Anzahl der Spielhallen innerhalb der letzten sechs Jahre um das doppelte angestiegen. Durch das Spielhallengesetz erhoffen sich die Verantwortlichen dem Einhalt zu gebieten und somit die Spielsuchtgefahr einzudämmen. Die Betreiber wollen nun dagegen vorgehen.

In dem hessischen Spielhallengesetz wurde festgelegt, dass die Abstände zwischen den Spielhallen von nun an mindestens 300 Meter betragen müssen und dürfen sich nicht in der unmittelbaren Nähe von Kirchen, Kinder- und Jugendeinrichtungen befinden. In den Spielhallen selber dürfen von nun an maximal zwölf Automaten pro Etablissement aufgestellt werden.

Allein durch die Abstandsregelung wurde somit gesetzlich festgelegt, dass einige der Spielhallen schließen müssen, da ansonsten nicht der Mindestabstand eingehalten werden könnte. Allerdings wurde nicht festgelegt, welches der Etablissements zur Schließung verpflichtet ist. Dies sorgt für Unklarheit unter den Betreibern. Auch bei Mehrfachkonzessionen, sind in diesen jeweiligen Einrichtungen maximal 12 Automaten erlaubt, was bedeutet, dass es in vielen Etablissements künftig sehr viel ungenutzten Platz geben wird.

Die Spielhallenbetreiber gehen nun auf die Barrikaden und sprechen bereits von Enteignung. Die Spielhallen wurden alle staatlich genehmigt und nun mit dem neuen Gesetz, würden den Betreibern Rechte entzogen werden, die vorab jedoch genehmigt wurden. Auch die Schonfrist von fünf Jahren würde den Betreibern in diesem Fall keinesfalls weiterhelfen, da viele der Betreiber in naher Zukunft so oder so mit dem Existenzverlust rechnen müssen.

Die Betreiber gehen davon aus, dass das Ziel durch das Gesetz nicht erreicht werden könnte, da die Spieler, die dann in Zukunft nicht mehr in die Spielhallen gehen werden, deren Meinung nach zum illegalen Online Glücksspiel abwandern werden. Hierbei würde demnach die Suchtbekämpfung keinen Schritt voran kommen.

Die Branche fordert nun Bestandsschutz. Die bestehenden Hallen sollten so wie bisher bestehen bleiben dürfen und die Branche könnte Verständnis dafür aufbringen, wenn das neue Gesetz für die künftigen Spielhallen angewendet werden könnte. Der Bundesverband der Automatenunternehmer kündigt an, verschiedene Mittel einzuleiten, um gegen das verabschiedete Glücksspielgesetz vorzugehen, auch wenn dies bedeuten sollte, dass man bis zum Europäischen Gerichtshof vorgehen müsste.

In Hessen gibt es sehr viele Spielautomaten, das Bundesland steht an vierte Stelle der Rangliste, was die Automatendichte in den Bundesländern betrifft. Brandenburg, Berlin und Sachsen belegen hierbei die Plätze eins bis drei. Mit der Verabschiedung des Glücksspielgesetzes wird in Hessen der Umsatz aus dem Bereich des Glücksspiels quasi halbiert.

Laut der Automatenindustrie scheint der Staat darauf zu bauen die Einnahmen die durch die Verminderung der Spielhallen verloren gehen werden, durch den Betrieb in den Spielhallen auffangen zu können, doch der Verband glaubt, dass der Staat sich in dieser Hinsicht in jedem Fall verrechnet hat.

Die Spielhallen haben laut Verband noch immer sehr mit Vorurteilen von verschiedenen Seiten zu kämpfen. Auch machen es die staatlichen Regelungen nicht besonders leicht für die Automatenbranche. So gibt es zum Beispiel für die Spielhallen und die Spielbanken nicht die gleichen Spielerschutzsysteme. In Spielbanken können die Gäste sich ohne Begrenzung an den Automaten vergnügen, während es in den Spielhallen an den Automaten sogenannte Zwangspausen gibt.

Laut Experten innerhalb der Branche sollten die Spielhallen nicht so negativ behaftet sein, denn das Spielen gilt auch der Unterhaltung und sollte den Kunden Spaß bringen und gleichzeitig eben auch möglich gemacht und nicht durch strenge Regelungen zum Scheitern verurteilt werden.

Bei der Landesstelle für Suchtfragen vertritt man allerdings eine ganz andere Meinung. Nach deren Meinung sollte das Glücksspielgesetz noch viel strengere Regelungen vorsehen. Die Spielsucht stellt eine große Gefahr da und sollte daher, der Meinung der Experten nach, an der Brutstelle verhindert werden. Hierzu sollten strengere Regelungen, Kontrollen und vor allem auch Verbote an die Tagesordnung gehören.

Von Seiten der Landesstelle wird das Problem bei den Spielautomaten selbst gesehen, an denen einiges verändert werden müsste, um der Suchtproblematik tatsächlich den Kampf ansagen zu können.