Finanzminister Hans Jörg Schelling scheint mit seiner Poker-Strategie besonderen Erfolg zu haben, denn mit der Ankündigung, die teilstaatliche Casinos-Austria-Gruppe (Casag) voll zu verstaatlichen und anschließend mit Gewinn zu privatisieren, schaffte er es, den Wert des Drittel-Anteils der Staatsholding öBIB an den Casinos innerhalb von drei Monaten um rund 30 Prozent zu steigern.

Die Ankündigung des Finanzministers löste außerdem ein Bieter-Rennen aus. Die Novomatic führt dieses Bieter-Rennen aktuell an und Experten meinen, dass die Novomatic die Casinos samt Lotterien wesentlich effizienter führen könnte, als die bisherige Eigentümerstruktur. Schelling gibt an, dass die aktuellen Angebote nun erst einmal geprüft werden, bevor eine Entscheidung fallen wird. Wie das Pokerspiel von Seiten Schellings weitergehen wird, ist aktuell noch nicht absehbar, denn der Finanzminister scheint zu wissen, an welcher Stelle man am Besten das Pokerface aufsetzt.

Das kleine Glücksspiel zurück in Wien

Mit dem Bieter-Rennen und dem Erwerb der Anteile durch Novomatic könnte das kleine Glücksspiel zumindest teilweise zurück nach Wien kommen. Seit Jahresanfang ist der Betrieb von Spielautomaten in Wien verboten. Eine Ausnahme stellen die VLTs (Video Lottery Terminals) dar, denn diese unterliegend er Kompetenz des Bundes. Experten gehen davon aus, dass die Casag mit dem neuen Großaktionär Novomatic VLT-Standorte in Wien starten könnte.