In Großbritannien könnte die Lage für Anbieter von Online Glücksspiel und Online Poker nicht gut werden. Der Staat wurde bislang als Goldgrube im Bereich Glücksspiel angesehen, doch nun denkt man darüber nach, den Markt zu regulieren und ihn strenger zu überwachen.

Nach Meinung der Fachleute ist die Anzahl der Spielsuchtkranken in England in den vergangen Jahren massiv angestiegen, was mit dem 2005 gültig gewordenen "Gambling Act" unter Premierminister Blair begründet werden kann.

Dieser machte das Glücksspiel auf dem Inselstaat legal und machte es den Anbietern, die nicht im Inland ansässig waren, möglich, in dem bisher geschützten Markt Fuß zu fassen und Werbung für ihre Dienstleistungen zu machen. Nur Anbietern aus Alderney, der Isle of Man, Antigua und Tasmanien ist dies gestattet, welche als Hochburgen im Bereich des Online Glücksspiels bekannt sind.

Unternehmen in England werden vom Gesetz angehalten, bei ihren Kunden das Alter zu überprüfen, doch die Unternehmen internationaler Natur müssen dies nicht. Den Fachleuten zufolge liegt genau hier der Hund begraben, denn die Reklame auf den Plattformen spreche besonders Menschen unter 18 Jahren an und verführe diese zur Spielsucht.

Sie rechnen mit rund einer Million Suchtkranker in dieser Altersgruppe. Die Wurzel dieses übels ist laut ihnen beim Gambling Act zu suchen. Die Politik fühlt sich durch diese Anschuldigungen angesprochen, besonders den Minister für Sport, Medien und Kultur. Er übt Kritik an dieser Vorgabe und will sie abschaffen.

Als erstes will er die Werbung der Anbieter aus dem Ausland im Land verbieten, doch er hat noch mehr vor. Er hat vor, die Kreditkarten zum Spiel nicht mehr zuzulassen, so will er vermeiden, dass die Leute Geld verzocken, das sie nicht haben und auch einen strikteren Jugendschutz will er etablieren.

An diesen Plänen ist nichts auszusetzen, schließlich möchte man keine minderjährige Suchtkranke im Land haben. Doch als Betrachter aus objektiver Sicht muss man sich dennoch darüber im Klaren sein, dass hier Politik eine größere Rolle spielt als der Schutz der Spieler.

Der großzügige "Gambling Act" wurde vor 6 Jahren von einer Labour-Regierung in Kraft gesetzt, doch nun hat wieder die konservative Partei das Heft in der Hand und ändern nach und nach deren Gesetze ab. Auch die Ziffer der Spielsuchtkranken unter 18 Jahren muss unter dem Kriterium beurteilt werden, das nach Studien mehr als 95 Prozent der Erkrankten an Automaten zocken und nur wenige Kranke durch Online Glücksspiel süchtig wurden.

Im Land sind die Automaten das größte übel, doch sie haben auch die höchsten Steuererträge zur Folge. Das Internet ist wieder einmal der übeltäter. Es steht in den Sternen, welche Maßnahmen die Landesregierung einsetzen wird und ob das Paradies für Glücksspiel wirklich strenger wird.

Sicher ist aber, dass die ganze Branche in Richtung Großbritannien schaut, denn im Land werden etwa 2,5 Milliarden Pfund jährlich im Online Glücksspiel eingenommen, 75 Prozent davon von ausländischen Betreibern.