Der Bundesgerichtshof reagierte nun skeptisch in Bezug darauf, ob das generelle Verbot des Glücksspiels im Internet, so wie es im Glücksspieländerungsstaatsvertrag festgelegt wurde, rechtmäßig sei. Die aufkeimenden Zweifel seien mit dem eigens von Schleswig-Holstein verabschiedeten Glücksspielgesetz aufgekommen, denn in Schleswig-Holstein wird die eigene Gesetzgebung seit jeher als vorbildlich deklariert und als eine liberale Lösung, nach der sich auch die anderen Bundesländer richten sollten.

Nun scheint es so als wolle der BGH seine damalige Entscheidung noch einmal überdenken und bis zum Januar darüber einig sein, ob das Internet Glücksspiel tatsächlich verboten werden könne oder ob eine andere Regelung von Nöten sei. Die Zweifel und die Skepsis liegen in der Eigenständigkeit des Bundeslandes Schleswig-Holstein zugrunde. Denn noch vor den Wahlen im nordischen Bundesland wurde dort ein eigenes Glücksspielgesetz verabschiedet, welches viel liberaler ist als der Glücksspieländerungsstaatsvertrag und durch welches das Bundesland sich von dem Rest des Landes abnabelt.

Das Problem bestehe laut BGH nun darin, dass die Regelungen in Deutschland somit nicht einheitlich sind in Bezug auf das Online Glücksspiel. Nun geht der BGH davon aus, dass der Europäische Gerichtshof jedoch in dieser Sache Kohärenz im Land fordern wird und diese mit dem eigenen Glücksspielgesetz in Schleswig-Holstein nicht gewährleistet wäre.

Es wird nun angenommen, dass die Unterschiede innerhalb des Landes vom Europäischen Gerichtshof als europarechtswidrig eingestuft werden könnten und daher letztlich keine Anwendung finden dürfen. Der BGH wird zu diesem Thema bis voraussichtlich Ende Januar nun eine Entscheidung treffen.