In der Bundesrepublik kommen immer mehr Spielhallen zum Vorschein, die sich an Größe und Vielfältigkeit gegenseitig übertreffen.

Das Nordlicht Schleswig-Holstein kann die zweitgrößte Quote an Spielautomaten vorweisen, was die Spielsuchtfachleute gar nicht gutheißen. Aber wenn es um die Niederlassungen der Spielhallen geht, können die Volksvertreter wenig bewegen, dies ist in der Stadt Bad Oldesloe der Fall.

Hier hat sich eine Spielhalle in einem nicht mehr genutzten Autohaus angesiedelt, dies befindet sich in einem Industriegebiet, das in der Nähe der Autobahn liegt. Die Vizebürgermeisterin, die der SPD angehört, sagte, dass man von dieser Einrichtung wenig erfreut ist.

Jede Fraktion war der Spielhalle nicht wohlwollend begegnet, aber juristisch konnte man nichts tun. Da bleibt nur die Möglichkeit, der Einrichtung das Geschäft massiv zu erschweren. Man hat die Steuer in Bezug auf Automaten auf 12 Prozent erhöht, mehr kann man dagegen nicht tun.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung ist der Ansicht, dass Spielautomaten in Kneipen und Spiellokalitäten das größte Risiko zur Spielsucht bergen. über 80 Prozent der von den Beratungseinrichtungen betreuten Spieler nutzen die Automaten ausgiebig.

In Deutschland gibt es nach Schätzungen der "Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen" 200.000 Menschen, die der Spielsucht zum Opfer gefallen sind. Von juristischer Warte aus sind die Spieleinrichtungen Vergnügungslokalitäten. Hier besteht die Möglichkeit, dass die Gemeinden diese mit gesetzlichen Tricks von der Innenstadt fernhalten können, so steht es auch in einem Entwurf der obengenannten Stadtverwaltung.

Diese Möglichkeit gilt aber nicht für ein Industriegebiet. Auch die Spielhallen bedienen sich einiger Kniffe. Es ist pro Zulassung gestattet, 12 Automaten zu führen, doch wenn ein Anbieter mehr als eine Lizenz hat, kann er Automatenstandorte aufteilen und dann auch große Spielhallen einrichten.

Die letztjährige Zahl der Zulassungen von 454 im nördlichsten Bundesland beschränkte sich auf lediglich 343 Standorte, so der Arbeitskreis für Spielsucht. In diesen werden rund 4.700 Spielautomaten unterhalten. In fünf Jahren sind die Automaten so von rund 3.700 um 25 Prozent gestiegen. Der Arbeitskreis führte die Studie bei allen Gemeinden durch, die mehr als 10.000 Bewohner vorweisen konnten.

Wenn man sich dabei auf die Einwohner bezieht, dann kommen auf einen Automaten rund 340 Menschen und das in Schleswig-Holstein. Im Bundesland Rheinland-Pfalz liegt dieses Verhältnis darunter. In Deutschland kommen auf jeden Spielautomaten im Schnitt 470 Menschen.

Der Landeskoordinator im Bereich der Hilfe für Spielsucht, der auch Psychologe ist, sagt, dass aktuell eine massive Erhöhung der Glücksspielerträge zu beobachten ist. Die obengenannte Institution schätzt, dass vor zwei Jahren über 8 Milliarden Euro in diesem Bereich eingenommen wurden und das nur in Bezug auf die Spielautomaten.

Im Vergleich zu 2008 liegt ein Wachstum von 3 Prozent vor. Die Ausgaben, die für die Hilfe der Spielsüchtigen aufgewendet werden, lasten auf den entsprechenden Gemeinden.

Auf der Seite des "Verbands der Deutschen Automatenindustrie" ist zu lesen, dass über 99 Prozent der Bundesbürger kein Problem mit dem Spiel haben. Der Schutz der Nutzer ist sehr wichtig und die Institution tut Einiges dafür, um das Spiel mit Suchttendenz anzugehen. Doch der Regierung reicht das nicht aus.

Das Bundesland Berlin hat schon ein strenges Gesetz in Sachen Spielhallen abgesegnet und in Hessen ist man auf dem Weg dorthin. Auch das Nordlicht Schleswig-Holstein will ein solches Gesetz verabschieden.

Ein Abgeordneter der CDU und sein Kompagnon machten bereits deutlich, was in dem Gesetz enthalten sein soll, und zwar die Untersagung von mehr als einer Zulassung für Besitzer von Spielhallen.

Zudem will man einen minimalen Abstand von einem halben Kilometer zwischen den jeweiligen Einrichtungen durchsetzen. Somit wäre den Gemeinden der Weg geebnet, um den Spielhallen Steine in den Weg zu legen.

Die Grünen waren noch flotter, sie haben dem Innenausschuss schon einen Antrag in Bezug auf ein derartiges Gesetz vorgelegt.