In der deutschen Politik ist man sich einig, dass etwas gegen die Spielsucht unternommen werden muss.

Die SPD-Fraktion im Bundestag will dieser Sucht stärker auf den Leib rücken und legte einen passenden Antrag vor, der besagt, dass der Alleinanspruch des Staates bestehen bleiben soll. Die Schwierigkeit ist für jedermann offensichtlich.

Der kommende Vertrag in Sachen Glücksspiel muss abgerundet werden und die einzelnen Parteien müssen ihren Standpunkt klar machen. Die Bundesländer sind sich alles andere als einig, denn in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt will man einen weniger strikten Umgang mit dem Glücksspiel durchsetzen, andere Länder hingegen möchten so wenig nichtdeutsche Betreiber wie nur möglich zulassen.

Die SPD machte einen Appell an die Bundesländer, sich zu einigen. Die Partei möchte das Monopol des Staates beibehalten und die Länder davon überzeugen, den Glücksspielmarkt so zu halten, wie er gerade ist. Aber die Situation ist nicht so unkompliziert wie gedacht.

Wenn der staatliche Alleinanspruch Bestand haben will, dann muss er bestimmte Vorgaben erfüllen, damit er auch vor den Augen der Europäischen Union Gnade findet. Damit sind die Länderchefs nun vollauf beschäftigt, aber auf einen Entwurf will man sich erst im Oktober dieses Jahres kurzschließen.

Die SPD im Bundestag weiß genau, wie man mit dem Glücksspiel umzugehen hat. In ihrem Antrag ist auch ein sogenanntes "verpflichtendes Identifikationssystem" in Bezug auf die Spielautomaten beschrieben. So will man garantieren, dass unter 18jährige diese Automaten nicht nutzen können.

Das Prinzip der Geldkartenfunktion, mit der es möglich ist, EC-Karten mit Geld zu füllen, steht bei der SPD in heftiger Kritik. Diese begünstigt ihrer Ansicht nach die Sucht, deswegen muss sie weg.

Doch bis es dazu kommt, wird noch ein wenig Zeit ins Land gehen, das weiß auch die SPD und fordert in der Zwischenzeit eine Ausweispflicht in den Spielhallen und bei den Automaten, die in Gaststätten betrieben werden. Was das Spiel am Automaten angeht, so weiß die Partei, wie dieses aussehen soll.

Die stündlichen Verluste will man von 80 Euro auf 40 Euro senken, ähnliche Vorschläge werden auch für die Gewinnmöglichkeiten je Stunde eingebracht. Diese sollen bei maximal 250 Euro und nicht wie bislang üblich bei 500 Euro liegen. Die SPD möchte auch die minimale Dauer eines Spiels von 5 Sekunden auf maximal 20 Sekunden höher setzen.

Nach einer Stunde gibt es dann eine Pause, in der sämtliche Spielstände auf den Anfang geschaltet werden. Man will außerdem Verletzungen gegen die Pflicht zum Ausweisen, das Parallelspiel an mehreren Geräten sowie das Umschiffen der Pause ahnden.

Diese Vorkommnisse werden in die Liste der Regelwidrigkeiten eingetragen. Diese Maßnahmen erscheinen den SPD-Politikern sinnvoll, um das Risiko der Spielsucht einzudämmen und dem Spieler genügend Schutz zu bieten.

Wie viel Einfluss dieser Antrag haben wird, ist unklar.