Ein ungewöhnlicher Fall vor Gericht: das Casino Baden-Baden wurde dazu verklagt die Schulden eines Spielsüchtigen zu bezahlen, da das Casino ohne weitere Prüfung die Casinosperre des betroffenen Suchtkranken frühzeitig aufgehoben hatte.

Entschieden wurde dieser Fall vor dem Bundesgerichtshof (BGH) Karlsruhe, wo der Fall verhandelt wurde. Das Casino muss nun die Schulden des betroffenen Spielers in Höhe von 247.000 Euro übernehmen.

Die Klägerin in diesem Fall war die Ehefrau des betroffenen Spielsüchtigen. Dieser hatte sich im Jahr 2004 bei dem Casino sperren lassen, um so der Spielsucht zu entgehen. Das Casino verhängte eine Sperre für den Zeitraum von sieben Jahren. Doch bereits nach zwei Jahren schrieb der Spielsüchtige eine E-Mail an den Betreiber und bat um Aufhebung der Sperre.

Lediglich der Zahlungsverkehr des Suchtkranken wurde überprüft und da dort keine Probleme festzustellen waren, wurde die Sperre kurzerhand aufgehoben, ohne weitere überprüfungen vorzunehmen. Die Konsequenz daraus sind nun Schulden in Höhe von knapp 250.000 Euro, die der Spieler am Roulette-Tisch machte. Die Ehefrau ging mit dem Fall vor das Landgericht Baden-Baden, um den Casinobetreiber auf Schadenersatz zu verklagen.

Sowohl das Landgericht Baden-Baden als auch das Oberlandesgericht Karlsruhe lehnten die Klage ab, da die zuständigen Richter entschieden, dass das Casino keine Verantwortung für die hohen Schulden des Mannes, die sich innerhalb von etwa 1,5 Jahren angesammelt hatten, tragen müsse. Am Ende wurde der Fall nun vor dem BGH verhandelt. Hier wurde letztlich entschieden, dass das Casino Verantwortung zu tragen hat, denn bei Aufhebung einer Sperre, muss der Fall erst einmal eingehend geprüft werden, bevor man die Aufhebung vornehmen kann.

Es hätte ein Gutachten eines Sachverständigen angefordert werden müssen, bevor man eine Entscheidung über die Aufhebung der Sperre trifft. Da jedoch kein Gutachten angefordert wurde und nur unzureichende Prüfung erfolgte sieht der BGH das Casino in der Mitverantwortung und der Betreiber wurde deshalb dazu verurteilt die Schulden des Spielsüchtigen zu begleichen.