Dies scheint sich jedoch drastisch geändert zu haben, de facto seit in Ungarn das Verbot von Geldspielautomaten außerhalb von staatlich lizensierten Casinos eingeführt wurde. Seit dem Verbot schießen die Besucherzahlen wieder in die Höhe und auch wenn die Regelung in Ungarn von Außenstehenden als selektives Geldspielautomatenverbot bezeichnet wird, haben die Casinos in Ungarn und der Staat allen Grund zur Freude.

Neben dem eingeführten Verbot von Geldspielgeräten außerhalb von staatlich lizensierten Casinos wurden in Ungarn zum gleichen Zeitpunkt neun neue Casino-Lizenzen ausgegeben. Somit wurde das Angebot nicht wirklich eingeschränkt, sondern einfach nur verlagert. Während private Anbieter am Markt keine Chance mehr haben, verdient der Staat reichlich dazu. Nach Meinung der EU ist das Geldspielautomatenverbot nicht nur selektiv, sondern stellt auch einen deutlichen Eingriff in die Dienstleistungsfreiheit dar. Nach Angaben der Verantwortlichen in Ungarn diene die Vorgehensweise jedoch in erster Linie dem Spielerschutz und der nationalen Sicherheit.

Eigennützige Glücksspielregulierung

Auch die Regulierung in Ungarn erweckt den Eindruck, dass es weniger darum geht, das Glücksspielangebot in kontrollierte Bahnen, zum Schutz für die Spieler, zu lenken, sondern mehr darum, die Gelder in den Staatskassen klingeln zu lassen. Zugegeben, das Konzept scheint aufzugehen. Im Laufe der vergangenen Jahre stiegen die Casinoeinnahmen scheinbar unaufhaltsam. Während im Jahr 2011 die Einnahmen bei einer Summe in Höhe von 33,1 Mrd. Forint lagen, ergaben die Einnahmen in diesem Jahr bis Ende Juni eine Summe in Höhe von 88,4 Mrd. Forint.