Selbst das Spiel mit dem Glück ist durch die Finanzkrise nicht mehr das, was es einst war, nämlich ein hundertprotzentig sichere Geldquelle für den Casinobetreiber.

Die Wirtschaftskrise hat den Menschen weltweit die Lust am zocken verdorben. Die Konkurrzen aus dem Internet und von Automatenspielhallen, und auch das Rauchverbot tragen nicht minder zu den Verlusten der Spielbankenbetreiber bei.

Nicht zuletzt nagt dieser Abwärtstrend auch an den Gewinnen der Casinos Austria. Bereits Mitte Mai gab Konzernchef Karl Stoss bekannt, das man über einen finanzstarken Partner nachdenke, jetzt soll die Suche endgültig beginnen.

Konkret wird ein finanzstarker Investor für das international gebündelte Geschäft im Ausland und auf Schiffen gesucht. 49 Prozent der CAI (Casinos Austria International) sollen verkauft werden. Momentan sei zwar noch keine definitive Entscheidung gefallen, so Casinos Sprecher Martin Himmelbauer, einige Optionen sollen jedoch geprüft werden und Morgan Stanley sei bereits als Berater eingeschaltet worden. Die US Bank sei mit dem Glücksspielgeschäft vertaut und wurde bereits von MGM Mirage für den Verkauf von Spielstätten angeheuert.

Die Preisvorstellung soll bei etwa 600 Mio Euro liegen. Der heimische Glücksspielkonzern kann dieses Geld gut gebrauchen, denn im Vorjahr fiel der Konzerngewinn um 15,5 Prozent auf 34,9 Mio Euro. Auch im Auslandsgeschäft, das lange Zeit die Haupteinnahmen lieferte, halbierten sich die Erträge auf 15,5 Mio. Euro. Auch im ersten Halbjahr 2009 setzte sich dieser Abwärtstrend fort. Einen Buchgewinn von 26,4 Mio Euro berscherte ein Verkauf der Anteile an Gold Reef Resorts in Südafrika. Das Ergebnis wurde dadurch zwar auf 24,6 Mio Euro verbessert, laut Himmelbauer hätte die CAI ohnen diesen Jackpot jedoch leicht negativ abgeschlossen.

Auch mit einer Entlastung durch den Gesetzgeber wird gerechnet, denn es soll eine Senkung der Glücksspielabgabe von 48 auf 30 Prozent geplant sein. Eine bundesweite Lizenz für das Automatenspiel soll nun vergeben werden, das bedeutet zusätzliche Konkurrenz. Die Casag hat bereits die Lobbyingmaschine angeworfen. Mit einem der Presse vorliegenden Geheimpapier soll verhindert werden, dass die Lizenzen für die zwölf heimischen Spielbanken einzeln vergeben werden, denn bereits ein Konkurrenzbetrieb in Wien würde ein massives Bedrohungsszenario bedeuten.