Die Casinos Austria haben ihre alten Problemkinder immer besser im Griff. Sowohl die Casinos im Inland, als auch die Lotterien werfen in diesem Jahr vorbildliche Umsätze ab und die Lotterien könnten sogar den Rekord brechen und die besten Zahlen für 2011 liefern.

Während die Geschäfte in der Heimat also florieren bereiten besonders die ausländischen Bereiche dem Unternehmen große Probleme. Die Casinos Austria International (CAI) haben bei ihren 60 Spielstätten im Ausland einige dabei, die Verluste einfahren und für das Unternehmen nicht rentabel sind.

Damit auf Dauer die Zahlen, die im Inland erwirtschaftet werden, durch die negativen Zahlen des Auslands nicht kaputt gemacht werden, plant der Aufsichtsrat nun änderungen und Einsparungen, um insgesamt als Unternehmen wieder richtig Fuß fassen zu können. Laut Aussage des Generaldirektors Karl Stoss habe das Unternehmen in diesem Jahr allein in diesem Jahr Steuern in Höhe von 400 Millionen Euro erwirtschaftet und reine Einnahmen für das Unternehmen in Höhe von 40 Millionen Euro, ohne weitere Abzüge.

Auch die Casinos haben dieses Jahr laut eigener Aussage wieder bessere Geschäfte gemacht und es wird ein Gewinn in Höhe von etwa 13 Millionen Euro erwartet. Dies habe das Unternehmen nicht zuletzt den Einsparungen im Bereich Personal in Form von kürzeren Pausen und der Umgestaltung der Dienstpläne zu verdanken.

Nachdem die Bilanz für die Inlandsgeschäfte für die Casinos Austria in diesem Jahr also rosig ausfallen dürfte machen vor allen Dingen die Auslandsgeschäfte dem Unternehmen Sorgen, so Stoss. Es gibt bereits überlegungen, ob Standorte wie Griechenland und Italien verkauft werden sollten und für Brüssel plant das Unternehmen eine eventuelle Partnerschaft. Allein im ersten Halbjahr des Jahres 2011 erwirtschaftete das Unternehmen mit den Geschäften im Ausland ein Minus in Höhe von etwa 30 Millionen Euro.

Es besteht jedoch noch Hoffnung, dass die zweite Hälfte des Jahres besser ausfallen könnte, da bereits einige Rettungsmaßnahmen eingeleitet wurden. So wurde auch im Bereich der Auslandsgeschäfte beim Personal gekürzt, um so Einsparungen für das Unternehmen vorzunehmen.

Bestimmte Länder bereiten den Casinos Austria International besondere Sorgen. So gehört beispielsweise Italien dazu, wo das Unternehmen insgesamt vier Einrichtungen betreibt. Hier laufen die Geschäfte so schlecht, dass das Unternehmen den Verkauf der Standorte plant. Wenn hier auch ein Verlust beim Verkauf gemacht wird, so erhofft der Generaldirektor sich zumindest einen Teil der Gelder die investiert wurden von dem potentiellen Käufer zurück, auch wenn es nicht die 23 Millionen Euro sein werden, die die CAI für die Lizenzen am Anfang bezahlen mussten.

Zu den weiteren Problemkindern zählen Griechenland und ägypten. In Griechenland besitzen die CAI Anteile an dem Casino in Loutraki. Das Casino musste bedingt durch die Krise hohe Umsatzeinbußen hinnehmen, weshalb auch hier über einen Verkauf der Anteile nachgedacht wird. Bei dem Casino in Kairo mussten auch Umsatzeinbußen hingenommen werden, die sich durch die arabische Revolution in Ägypten und die damit verbundene abendliche Ausgangssperre erklären lassen.

Das Casino befindet sich an einem belebten Ort, wo im Zuge der Revolution oft Demonstrationen stattfinden und insgesamt wurde ein Rückgang der Besucherzahlen um fast die Hälfte festgestellt. Problematisch laufen außerdem die Geschäfte in Brüssel, wo bereits Maßnahmen das Personal betreffend getroffen wurden, um so Einsparungen machen zu können. Um hier von der Verantwortung des Eventbereichs wegzukommen planen die Casinos Austria für Brüssel eventuell eine Partnerschaft einzugehen.

Sogar in Deutschland werden die Geschäfte als problematisch betrachtet, denn nicht nur das Rauchverbot, sondern auch die erhöhte Besteuerung des Glücksspiels und die Strenge in Bezug auf den Zugang zu den Casinos führte laut Stoss zu einem Besucherrückgang. Insbesondere im Vergleich mit den Automatenspielhallen sieht Stoss hier eine Benachteiligung gegenüber den Casinos Austria als Casinobetreiber.

Hier planen die Verantwortlichen sich mit der Regierung auseinanderzusetzen, um eventuelle Regelungen und bessere Bedingungen zu schaffen, bevor man über einen möglichen Verkauf nachdenkt. Der Rückzug der Casinos Austria aus dem Online Bereich Großbritannien ist währenddessen schon beschlossene Sache, denn hier wurden Verluste in Höhe von 10 Millionen Euro eingefahren, während in Großbritannien bereits ein überangebot an Online Glücksspiel vorhanden ist.

Ob sich im Unternehmen selbst etwas ändert ist unklar. Stoss äußerte hierzu einige Vermutungen, doch sicher ist nichts. Verschiedene Unternehmen halten Anteile an der Casinos Austria AG, doch Stoss selbst gibt an, dass ein Ausstieg zu diesem Zeitpunkt, wo die Casino Lizenzen in österreich erst neu vergeben wurden, unklug wäre.