Bereits kurz vor Weihnachten standen die Casinos in der NRW auf sehr dünnem Eis. SPD Abgeordnete Inge Howe forderte nun Klarheit über die Situatuion der Casinos, vorallem die Situatuion der Spielbank Bad Oeynhausen ist interessant. "Derzeit wird geprüft, wie ein wirtschaftlich vertretbarer Weiterbetrieb erreicht werden kann.", heisst es nun in einem kürzlich veröffentlichen Schreiben der NRW-Landesregierung. Die Landeseigenen Westspiel Kasinos Aachen, Dortmund, und Bad Oeynhausen stehen mit dieser Aussage vor einer ungewissen Zukunft.

Die Konkurrenz für das Casino in Bad Oyenhausen droht gleich von zwei Seiten. über die Autobahn kann man schnell Spielbanken in Hannover und Osnabrück erreichen. Ausserdem wird das Glücksspiel vom Gauselmannschen Spieleparadies im eigenen Haus bedroht, dort kann man das Spiel nämlich auch ohne lästige Ausweiskontrolle erreichen.

Größere Veränderungen bahnen sich nun auch in Aachen an. In einem Haus sollen nun die zwei Westspiel Casinos zusammengefasst werden. Das Casino in Duisburg sollte eigentlich auch in den Karder geholt werden, dieser Versuch schlug jedoch fehl, denn diese Spielbank wird seit 2008 mit großem Erfolg aus privater Hand betrieben.

"Umstrukturierungen und die Erprobung neuer Geschäftsmodelle sind an vielen Stellen zu beobachten, ohne dass sich die generelle Wirtschaftslage der Casinos dadurch verbessern würde, jedoch umgekehrt die Beschäftigtenzahl zur Aufgabenwahrnehmung erheblich reduziert wird", meinte Inge Howe, Sprecherin des Casino Bad Oyenhausen. Spielcasino und Staatsbad gehören für sie fest zusammen. "Das hat eine jahrzehntelange Tradition."

Die Gefährdung des Glücksspiels sieht sie vorallem nicht an den gesunkenen Besucherzahlen, sondern vor allem in den hohen Abgaben an die Stadt. 2,141 Millionen wurden 2008 abgeführt überhöhte 1,872 Millionen Eurso sind für 2010 veranschlagt.

Kein Betrieb könne mit solchen Abgaben geführt werden, dadurch werde die finanzielle Flexibilität für schlechte Zeiten komplett aufgefressen.

Die Sache sieht Finanzminister Dr. Helmut Linssen jedoch ganz anders: "Für die Errichtung der Spielbank in Bad Oeynhausen spielte seinerzeit der bedeutende Kurort mit seinen Besuchern eine wesentliche Rolle. Dieser einstige Standortvorteil hat in Folge der rückläufigen Entwicklung der Kurgäste seine ursprüngliche Bedeutung verloren."

Linssen äußerte sich jedoch nicht dazu, ob sich das Land nun vom Glücksspiel zurückziehe und die Casino Spiele wieder in private Hände geben werde.