Spielsucht – ein immerwährendes Thema

Spielsucht – ein immerwährendes Thema

Schon seit das Glücksspiel seine Anfänge nahm, war die Spielsucht ein brisantes Thema. Auch heute noch stellt die Spielsucht ein Problem dar, vor allem für die betroffenen Spieler. Die Folgen der Spielsucht können schwerwiegend sein und in einigen Fällen kann die Spielsucht langfristig auch pathologische, krankhafte Züge annehmen.

In ganz Deutschland sind Schätzungen zu Folge mehr als 455.000 Personen spielsüchtig. An der Eindämmung dieser Sucht wird stetig gearbeitet, sowohl von Seiten der Glücksspielanbieter, als auch von Seiten der Länder, Politiker und Beratungsinstitutionen. Auch wenn hier kleine Erfolge gefeiert werden können, so ist die Spielsucht dennoch tagesaktuell ein Thema und für viele Menschen zusätzlich eine Gefahr.

Geld, Beziehungen und Gesundheit fallen der Spielsucht zum Opfer

Schon vor 150 Jahren wurde die Spielsucht thematisiert. Oftmals wird vergessen, dass das Thema auch heute noch ebenso brisant ist wie vor 150 Jahren. Vor allem für die Spieler lauern im Zusammenhang mit der Spielsucht zahlreiche Gefahren:

  • Geldverlust bis hin zum finanziellen Ruin
  • Verlust von Beziehungen
  • Auftreten gesundheitlicher Probleme

Der Weg aus der Spielsucht ist nicht einfach. Hierfür bieten Beratungsstellen und entsprechende Träger Hilfe an. Viele dieser Institutionen haben zahlreiche Patienten. Doch hier werden nur Feuer gelöscht, die Brandursache hingegen wird nicht angetastet. Hier wird die Politik als verantwortlich angesehen. Vor allem Beratungsinstitutionen geben an, dass die Spielsucht nur dann richtig bekämpft werden könnte, wenn das Angebot minimiert wird. Hier sollten einheitliche Regelungen eingeführt werden. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass betroffene Spieler immer selbst bemerken, dass sie in Verbindung mit dem Glücksspiel die Kontrolle verlieren. Für diesen Fall wurde vor drei Jahren das hessische Sperrsystem eingeführt. Spieler, die sich der eigenen Sucht bewusst sind, haben sich hier für entsprechende Glücksspieletablissements sperren lassen. Doch was ist mit den Spielern, die das Problem selbst nicht erkennen?

Gleichbehandlung für alle Glücksspielanbieter

Während aktuell der Kampf gegen die Spielhallen ausgefochten wird, ist trotz bestehender Suchtproblematik erkennbar, dass dies allein nicht reicht. Neben den Spielhallen, die für betroffene Spieler eine große Verlockung darstellen, geht die Suchtgefahr auch von Wettbüros, Casinos und vor allem vom Online Glücksspiel aus. Der Kampf gegen das Glücksspiel müsste demnach einheitlich geführt werden und muss auch alle Angebote gleichermaßen berücksichtigen. Nur so könne langfristig die Spielsucht minimiert und eingedämmt werden.

Das Leben eines Spielsüchtigen

Das Leben eines Spielsüchtigen

Im Zusammenhang mit dem Glücksspiel ist die Spielsucht immer ein brisantes Thema. Viele Spieler glauben selbst ganz weit entfernt von der Spielsucht zu sein, doch wie bemerkt man selbst, dass man der Sucht verfallen ist? Was denkt man beim Spielen? Hofft man auf den großen Gewinn? Warum wird man süchtig?

Fragen über Fragen, die eigentlich nur ein Betroffener beantworten könnte. Erschreckend ist es dann jedoch, wenn ein Spielsüchtiger selber die Gefahren ganz genau kennt, sich der Sinnlosigkeit des Zockens bewusst ist und dennoch nicht damit aufhören kann. Nachdem die Übergangsfrist Ende Juni ausgelaufen ist, gelten seit dem 1. Juli 2017 nun strengere Gesetze für Spielhallen. Viele Spielhallten mussten oder müssen noch schließen. Die Verringerung des Angebots soll dabei helfen, die Spielsucht zu bekämpfen und auf diesem Weg die Nachfrage einzudämmen.

Zocken wie ein Sportler

Wenn die Spielsucht erst einmal präsent ist, dann haben die Spieler kaum noch Kontrolle über das eigene Handeln. In Spielhallen wird gezockt was das Zeug hält. Auch die Sicherheitspausen an den Spielautomaten sind für eingefleischte Zocker einfach zu umgehen, denn die Spieler können gleich an mehreren Automaten gleichzeitig daddeln oder die fünfminütige Pause zum Rauchen nutzen. Einige Spieler verzocken 50 bis 100 Euro pro Abend in der Spielhalle. Getrieben werden die meisten der Süchtigen von der Möglichkeit hierbei Geld zu gewinnen. Das daddeln selber ist nicht mit Freude verbunden, obwohl das klicken und rattern der Automaten auf einige Spieler nach einiger Zeit eine beruhigende Wirkung haben kann.

Risikofaktoren für die Spielsucht

Verschiedene Studien zeigen auf, dass es oftmals vor allem bildungsfremde junge Männer sind, die der Sucht verfallen.

Als Risikofaktoren gelten:

  • Arbeitslosigkeit
  • Migrationshintergrund
  • finanzielle Probleme

Kampf gegen Spielsucht

Während die Spieler, die der Sucht verfallen sind, die Möglichkeit haben, sich von Suchtberatungsstellen helfen zu lassen, um der Sucht zu entkommen, versucht die Regierung es auf eine ganz andere Art und Weise. Die Vorschriften für Spielhallen wurden verschärft.

Neue Regelungen:

  • maximale Aufstellung von 48 Automaten verteilt auf vier Konzessionen
  • Mindestabstand zwischen Spielhallen von 250 Metern
  • Schließung der Spielhallen für täglich mindestens sechs Stunden
  • das Mindestalter wurde von 18 auf 21 Jahre heraufgesetzt
  • bessere Schulungen für Mitarbeiter

Es bleibt nun abzuwarten, ob diese Regelungen Besserung mit sich bringen. Gleichzeitig gibt es immer noch die Problematik mit den illegalen Glücksspielangeboten, bei denen der Spielerschutz aktuell nicht gewährleistet werden kann.

Maßnahmen gegen pathologisches Glücksspiel

Maßnahmen gegen pathologisches Glücksspiel

Im Zusammenhang mit dem Thema Glücksspiel ist die Spielsucht auch in der heutigen Zeit leider immer noch ein Thema. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Prävention betrieben werden kann. Genau solche Methoden zur Prävention und Intervention wurden bei dem Kongress in der Eurac besprochen. Hier wurde auch noch einmal besonders viel Wert darauf gelegt, das Phänomen besser zu verstehen und mögliche Lösungsansätze zu präsentieren.

Themen des Kongresses in der Eurac:

  • allgemeine wissenschaftliche Erkenntnisse zur Spielsuchtthematik
  • aktuelle Situation in der Provinz Bozen
  • epidemiologische Ergebnisse
  • Erfahrungen im Bereich der Prävention
  • Erfahrungen aus der ambulanten und stationären Therapie
  • politischen Maßnahmen zur Eindämmung des pathologischen Glücksspiels

Die Spielsucht und ihre Folgen

Die Spielsucht selber und vor allem auch die Präventionsmaßnahmen und mögliche Hilfestellungen sind wichtige Themen im Zusammenhang mit dem Glücksspiel. Im besten Fall sollen die Spieler vor der Spielsucht geschützt werden. Dies ist jedoch nicht immer möglich, denn oftmals sind es Gruppen mit hoher Verwundbarkeit, die für entsprechendes Suchtverhalten anfällig sind. Auch wenn zu Präventionszwecken Aufklärung betrieben wird und die Spieler vor den Gefahren des Glücksspiels gewarnt werden, so gibt es dennoch pathologische Spieler. Die Gefahr für diese Spieler ist es, dass die Spielsucht für Einzelne schwere Folgen mit sich bringen kann. Zu diesen möglichen Folgen gehören:

  • schweren Beeinträchtigungen des Einzelnen
  • Unkontrollierbarkeit des Spielverhaltens
  • ernste soziale Probleme
  • finanzielle Probleme
  • kriminelles Verhalten

Pathologisches Glücksspiel ist eine Krankheit

Die Spielsucht steht im Zusammenhang mit anderen Süchten, wie der Alkoholsucht oder Drogensucht. Auch wenn bei der Spielsucht nichts eingenommen wird, was den eigenen Sinneszustand verändern kann, so kann die Abhängigkeit nach dem Glücksspiel doch ähnliche Auswirkungen auf den Betroffenen haben. Nicht zuletzt aus diese

Bekämpfung der Spielsucht in Südtirol

Glücksspiel und damit verbunden die Spielsucht sind Themen, mit denen sich Verantwortliche in vielen Regionen beschäftigen. In Südtirol hat man bereits vor geraumer Zeit der Spielsucht den Kampf angesagt. Der Grund dafür sind weitreichende Folgen für die einzelnen Betroffenen und deren Angehörigen, aber auch für die gesamte Bevölkerung. Noch immer ist es das Ziel des Landes, das Glücksspiel weiter einzudämmen, um somit die Spielsuchtgefahr zu reduzieren.

Was bereits umgesetzt wurde:

  • Ausweisung bestimmter Regionen als sensible Zone (z.B. in der Nähe von Schulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen)
  • Festlegung eines Mindestabstandes von Spielhallen zu Kinder- und Jugendeinrichtungen
  • Verwaltungsgericht hatte sich gegen zu rigide Vorschriften ausgesprochen im Zusammenhang mit dem Verbot von Video-Lotterie Terminals
  • Einleitung eines Berufungsverfahrens gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts vor dem Staatsrat

Rechts- und Begründungsmängel

Das Berufungsverfahren, welches nun eingeleitet wurde, wurde mit Rechts- und Begründungsmängeln gerechtfertigt. Aufgrund dessen sei die Anfechtung durch das Land durchaus gerechtfertigt so heißt es weiter. Bei diesem Fall handelt es sich um den zweiten ähnlicher Art. Es gab bereits einen weiteren Fall, bei dem das Land entschied gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts vorzugehen.

Im Sinne des Spielerschutzes

Das Vorgehen scheint sehr extrem zu sein, auf der anderen Seite wird entsprechendes Vorgehen im Sinne des Spielerschutzes gerechtfertigt. Man hat sich dementsprechend vorzugehen, das Glücksspiel auch in Zukunft weiterhin zu bekämpfen, um so den Schutz der Spieler gewährleisten zu können. Die Folgen der Spielsucht wurden bereits mehrfach aufgezeigt und sind erschreckend, vor allem im Zusammenhang damit, dass die Spielsucht sich weiterhin stetig ausbreitet.

Krankhafte Spielsucht ist gesundheitsgefährdend

Süchte sind schon immer ein Thema. Zum einen werden potenzielle Süchte ausgenutzt, um damit Geld zu verdienen, zum anderen Stellen sie für die Betroffenen oftmals eine hohe Gefahr dar. Bisher wurde hier das Hauptaugenmerk am ehesten auf Drogensüchte wie Alkohol, Zigaretten oder andere Rauschmittel gelegt. Allerdings sind nun auch die Zahlen der Spielsüchtigen alarmierend. Die Zahl der betroffenen pathologischen, also krankhaften, Spieler scheint weiterhin zuzunehmen. Grund hierfür ist die stetige Erweiterung des Angebots und die dadurch anwachsende Nachfrage.

Ergebnisse der der Baden-Württemberg-Studie zu krankhaftem Glücksspiel von dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI):

  • Wachsendes Glücksspielangebot, vor allem auch im Internet sorgt für Zunahme der Spielsucht
  • in Deutschland sind etwa 0,3 bis 0,5 Prozent der Erwachsenen (bis 64 Jahre) krankhafte Spieler
  • gleichhohe Anzahl an problematischer Nutzung des Glücksspiels
  • 30.000 Betroffene allein in Baden-Württemberg
  • anwachsende Zahl an Hilfesuchenden

Verbesserte Therapie und Prävention dringend erforderlich

Die Anzahl der krankhaften Spielsüchtigen ist für die Beratungsstellen alarmierend. Hier wird bereits seit langer Zeit gefordert, dass die Therapien und Präventionsmaßnahmen verbessert werden. Seit Einführung des Glücksspielstaatsvertrages im Jahr 2008 hat sich hier bereits etwas getan, dennoch gibt es weitere Möglichkeiten, das Therapie- und Präventionsangebot zu verbessern.

Spielsucht in Zahlen:

  • Studie wurde mit 515 Patienten durchgeführt
  • 87% der Spieler präferieren das Automatenspiel
  • einhergehend mit der Vorliebe für Spielautomaten waren Nikotin- und Alkoholsucht bei entsprechenden Patienten besonders ausgeprägt (80 und 28 Prozent)
  • Depression als ernstzunehmende Folge der Spielsucht (16 Prozent)
  • 16 Prozent der befragten berichteten von mindestens einem Suizidversuch
  • Verwandtschaft oftmals mit ähnlichem Suchtpotenzial

Die Studie wurde von dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, dem Therapiezentrum Münzesheim im Kraichgau, der AHG Klinik Münchwies im Saarland und 22 Beratungsstellen in Baden-Württemberg organisiert. Zudem beteiligten sich Institutionen wie das Universitätsklinikum Mainz, das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin Greifswald sowie die Universität Lübeck an der Studie.

Staatliche Restriktionen für weniger Spielsucht?

Die strenge Gesetzgebung in Bezug auf die Spielhallen und den Möglichkeiten der Betreiber diese zu erhalten, sorgen aktuell für viel Diskussionsmaterial. Grund hierfür ist das Enden der Übergangsfrist zum 1. Juli dieses Jahres. Hier treten die strengeren Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags in Kraft und zahlreiche Spielhallen werden wahrscheinlich schließen müssen. Während die Regelungen eigentlich dazu führen sollen, dass die Spielsucht eingedämmt werden kann, sehen sich nun Betreiber entsprechender Etablissements mit dem Existenzverlust konfrontiert.

Was sind die Neuerungen?

  • Mindestabstand von 200 Metern zu Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen
  • Verbot von Mehrfachkonzessionen

Die neuen Regelungen wurden bereits vor fünf Jahren angekündigt. Gleichzeitig wurde eine Übergangsfrist eingeführt, die in diesem Jahr endet. Nach Angaben der Regierung hätten die Betreiber der Spielhallen somit fünf Jahre Zeit gehabt, sich Gedanken über Alternativen in der Zukunft zu machen. Die Spielhallenbetreiber fühlen sich trotzdem nun vor den Kopf gestoßen. In vielen Regionen ist bis jetzt noch nicht klar, welche der Spielhallen vor Ort schließen müssen. In einzelnen Städten entscheidet das Losverfahren darüber, welche Betreiber ihre Existenz aufgeben müssen.

Eindämmung der Spielsucht als großes Ziel

Die Spielsucht ist im Zusammenhang mit dem Glücksspiel schon immer ein wichtiges Thema. Die Regierung sieht es als Aufgabe der Politik, sich genau dieses Problems anzunehmen. Mit der Einführung strengerer Regelungen wird dies in gewisser Weise auf Kosten der Unternehmer getan. Auch wenn Spielhallen vielerorts verpönt sind, so handelt es sich dabei um Unternehmen, die einzelnen Betreibern gehören, welche sich wiederum mit diesen Unternehmen eine Existenz aufgebaut haben. Dennoch, die Zahlen zur Spielsucht sprechen eine eindeutige Sprache:

  • Zahl spielsüchtiger Menschen kann aufgrund einer hohen Dunkelziffer nur geschätzt werden
  • etwa 10.000 bis 15.000 Menschen in Sachsen-Anhalt
  • drei Viertel der Betroffenen seien der Automatenspielsucht verfallen
  • Suchtberatungsstellen haben nicht genug Kapazitäten für die Anzahl an Betroffenen

Suchtprävention auf Kosten der Betreiber

Für die Betreiber der Spielhallen ist Suchtprävention zwar auch ein Thema, gleichzeitig aber geht es bei bevorstehenden Schließungen von Spielhallen um die eigene Existenz. Auch wenn die Regelungen zum Mindestabstand und zu den Mehrfachkonzessionen von den Betreibern erfüllt werden, so müssen diese nun eine neue Konzession beantragen. Zur Beantragung der Genehmigung müssen die Betreiber sehr viele Voraussetzungen erfüllen. Zu den Voraussetzungen gehören:

  • ein polizeiliches Führungszeugnis
  • Sozialkonzept
  • Maßnahmen zur Bekämpfung „sozialschädlichen Auswirkungen des Glücksspiels“
  • Berichterstattung über entsprechende Maßnahmen
  • Präventionsbeauftragter unter den Mitarbeitern
  • Schulungen für Mitarbeite zum Thema Spielsucht