Machtspiel um Casinos Austria

Machtspiel um Casinos Austria

Wie in den vergangenen Wochen mehrfach berichtet bleibt es weiterhin spannend, wie die Übernahme der Casinos Austria fortgeführt werden soll und wer bei dem teilstaatlichen Österreichischen Unternehmen am Ende tatsächlich das Sagen haben wird.

In der Vergangenheit gab es viele Pläne, doch gleichzeitig scheiterte die Umsetzung an den gesetzlichen Regelungen. Der niederösterreichische Konzern Novomatic hatte vor, die Kontrolle über die Casinos Austria und über dessen Beteiligung Österreichische Lotterien GmbH zu erhalten. Dieser Plan wurde zunichte gemacht, zum einen durch das Wettbewerbsrecht und aber auch durch den zweiten Interessenten, dem international tätigen Prager Lotterienbetreiber Sazka.

Während der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic einen Teil der Anteile an der Casag übernehmen konnte, war auch der Lotteriebetreiber Sazka durchaus erfolgreich. Hinter diesem Unternehmen stehen die tschechischen Unternehmer Karel Komarek und Jir Smejc. Die Unternehmer scheinen nun, ähnlich wie Novomatic, den Plan zu verfolgen, den eigenen Einfluss bei der Casinos Austria geltend zu machen. Damit stehen die Sazka Group und Novomatic in direkter Konkurrenz zueinander. Das Machtspiel um die Casinos Austria ist demnach in vollem Gange.

Die Sazka Group als größter Einzelaktionär

Für Sazka waren die vergangenen Wochen im Hinblick auf die Kontrollübernahme bei den Casinos Austria durchaus erfolgreich. Sazka sicherte sich die Mehrheit an einer dieser Holdings, der „Medial“. In Zahlen bedeutet dies, dass Sazka aktuell 38,29 Prozent an der Casinos Austria AG hält und damit der größte Einzelaktionär bei diesem Machtkampf ist.

In Bezug auf die Mehrheit an einer dieser Holdings muss lediglich auf die kartellrechtliche Genehmigung gewartet werden. Die Republik Österreich hält im Vergleich 33,24 Prozent der Anteile. Unabhängig von den Anteilen ist es nun jedoch so, dass in der neuen Casinos-Gesellschafterstruktur niemand die Mehrheit hat.

Dies bedeutet, dass die Aktionäre sich bei anstehenden Entscheidungen versammeln müssen, um so zu einem Einvernehmen zu kommen. Hierbei könnte es in Bezug auf die Video Lottery Terminals (VLTs) in Zukunft schwierig werden. Denn während Novomatic sich bereits in der Vergangenheit für die vermehrte Aufstellung der VLTs eingesetzt hatte, hatte sich die Casag bisher eindeutig dagegen ausgesprochen. Es bleibt spannend, wer sich bei dem Machtspiel rund um die Casinos Austria durchsetzen wird und welche Entscheidungen letztendlich gefällt werden.

Planungssicherheit für Spielhallenbetreiber

Planungssicherheit für Spielhallenbetreiber

Aktuell haben es vor allem Betreiber von Spielhallen in der Glücksspielszene nicht leicht. Neue Regelungen, verschärfte Kontrollen und strengere Gesetze sollen in Deutschland dafür sorgen, dass die Flut der Spielhallen eingedämmt wird – sehr zum Leidwesen der Betreiber. Viele der Betreiber fürchten um die eigene Existenz. Daher ist die neuste Meldung von Seiten des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums ein Lichtblick für viele Spielhallenbetreiber.

Das Niedersächsische Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr hat in Niedersachsen eine Empfehlung an die Kommunen des Bundeslandes ausgesprochen. Hierbei geht es um die Befristung der glücksspielrechtlichen Erlaubnisse i.S.v. § 24 GlüÄndStV für die Dauer von zehn Jahren.

Damit folgt das Ministerium der Verbandsregelung des Nordwestdeutschen Automatenverbands (NAV) und des Automatenverbands Niedersachsen (AVN). Für die Betreiber von Spielhallen, die über eine glücksspielrechtliche Erlaubnis verfügen, bedeutete dies Planungssicherheit.

Der Automatenverband rät der Empfehlung zu folgen

Bei der Ankündigung des Ministeriums handelt es sich aktuell nur um eine Empfehlung. Dies bedeutet, dass die zuständigen Erlaubnisbehörden nicht verpflichtet sind, dieser Empfehlung zu folgen. Vom Automatenverband wird jedoch angeraten, dies zu tun. Im ersten Schritt sollten alle Behörden in Niedersachsen über die Empfehlung informiert werden, denn offensichtlich ist diese vielen Behörden noch nicht hinreichend bekannt.

Für den Fall, dass bereits kürzer befristete Erlaubnisse erteilt worden sind, wird weiterhin empfohlen, diese mit Hilfe eines Antrags auf Abänderung der Befristung zu verlängern. So könnte eine nachträgliche Änderung der Erlaubnis einhergehend mit einer Befristung von zehn Jahren erreicht werden. Wie das Entscheidungsverfahren der Behörden in diesen Fällen ablaufen wird, ist bisher noch nicht festgelegt.

Erfahrung und Selbstdisziplin – ein Portrait über Karl Stoss

Erfahrung und Selbstdisziplin – ein Portrait über Karl Stoss

Karl Stoss gehört in der Glücksspielbranche zu den bekannten Persönlichkeiten. Als Casinos Austria CEO erhielt er Ende November das Große Golden Ehrenzeichen der Republik Österreich. Der vielbeschäftigte Mann spricht in einem Interview über die Glücksspielbranche, seine Tätigkeiten, seinen Werdegang und gibt sogar ein paar private Details preis.

Der Werdegang von Karl Stoss:

  • Matura in der Textilschule
  • Bundesheer
  • Arbeit bei Benedikt Mäser in der Textilindustrie
  • Studium mit Nebenjobs als Skilehrer und Fernfahrer

Seine Tätigkeiten heute:

  • doppelter CEO, sowohl in den Casinos Austria als auch in den Österreichischen Lotterien
  • CEO bei der Entertainment GmbH (Tochtergesellschaft der Lotterien und der Casinos, mit Win2day, Winwin und tipp3)
  • Aufsichtsratspräsident der Casinos Austria International
  • Aufsichtsratspräsident Casinos Austria Swiss
  • Aufsichtsrat Casino Kopenhagen (DNK)
  • Aufsichtsrat Casino Munkebjerg (DNK)
  • Aufsichtsrat Reef Casino Trust (AUS)
  • Präsident Österreichisches Olympisches Comité
  • Mitglied Internationales Olympisches Komitee
  • Mitglied im Investitionsausschuss und im Aufsichtsrat bei Signa
  • Johann Frischeis Stiftung
  • Propter Homines Stiftung (LIE)
  • Aufsichtsrat Uniqa Privatstiftung AG
  • Aufsichtsrat Silvretta Montafon

Das Tätigkeitsfeld von Carl Stoss ist heute umfassend. Doch auch der Lebenslauf von Stoss war nicht geradlinig. Er ist in nicht reichen Verhältnissen aufgewachsen, so war es auch anfangs nicht klar, ob ein Studium sich überhaupt finanzieren lässt. Durch die eigene Zielstrebigkeit konnte der heutige CEO sich sein Studium selbst finanzieren, was seiner eigenen Aussage nach eine gute Erfahrung für das Leben und seine spätere berufliche Laufbahn war.

Stoss ist heute ein vielbeschäftigter Mann. Trotzdem schafft er es auch Familie und Freunde in seinen Alltag mit einzubeziehen. Seine Frau lernte er im Studium kennen und durchlebte mit ihr eine nicht einfache Zeit, die vor allem von finanziellen Rückschlägen gezeichnet war. Während es zur Studienzeit viele Rückschläge gab, ist sein Tätigkeitsfeld von heute von Erfolg gekrönt. Die Auszeichnung mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich bedeutet für Stoss eine Anerkennung für sich selbst und die gesamte Belegschaft.

Packer geht in die Offensive

Packer geht in die Offensive

Neues Jahr neues Glück heißt es doch so schön, nach diesem Spruch scheint auch der Casino-König James Packer das neue Jahr angehen zu wollen. Nachdem das Jahr 2016 für den australischen Casino-Milliardär nicht so erfolgreich endete, ist für 2017 offensichtlich ein neuer Ansatz geplant. Offensiv soll das neue Jahr 2017 angegangen werden, so jedenfalls der Plan von Packer.

Für den Casino-Mogul ist es wohl gut, dass das Jahr 2016 nun zu Ende ist. Im Herbst des vergangenen Jahres wurde unerwartet die Verlobung mit Sängerin Mariah Carey aufgelöst und in China wurde einige Angestellte von Packer festgenommen. Kein schönes Jahresende, aber offensichtlich eine gute Motivation um das neue Jahr mit neuen Plänen zu beginnen.

Packers Offensive:

  • Restrukturierung seines Casino-Geschäfts in Australien
  • Trennung des Spiele-Konzerns Crown Resorts von Anteilen an Melco Crown Entertainment in drei Tranchen – Packer verkauft Anteile
  • Bau eines mindestens 2 Milliarden Dollar teuren Casino-Turms im neuen Finanzzentrum Barangaroo in Sydney
  • Eröffnung Glücksspielresort in Perth für 700 Millionen Dollar

Durch den Anteilsverkauf von Melco Crown konnte der Casino-Milliardär 1,9 Milliarden Euro generieren. Der Verkauf in Las Vegas wiederum brachte Packer rund 2 Milliarden ein. Somit konnte der Australier sich ein Finanzpolster anschaffen, um damit neue Projekte zu realisieren und schwierige Zeiten zu überstehen.

Chinesisches Desaster

In China gab es in den vergangenen Wochen keine guten Neuigkeiten für Packer. Hier wurden einige seiner Angestellten verhaftet. Grund für die Verhaftungen waren Unterstellungen in Bezug auf illegale Werbung und Bestechung im Zusammenhang mit dem Glücksspiel. Die chinesischen Behörden scheinen verstärkt gegen ausländische Glücksspielkonzerne vorzugehen. Kein Wunder also, dass sich Packer in Zukunft mehr auf die Geschäfte in der eigenen Heimat Australien konzentrieren will. Die Attacke der chinesischen Behörden hat ein Loch in Packers Kassen gerissen, doch dies soll durch die neuen Pläne wieder ausgeglichen werden.

Legendärer Croupier-Streik Bad Neuenahr

Legendärer Croupier-Streik Bad Neuenahr

Vor 50 Jahren gab es einen unvergessenen Vorfall in der Spielbank Bad Neuenahr. Zu diesem Zeitpunkt traten die Croupiers der Spielbank in einen Streik. Auch wenn dies heute 50 Jahre zurückliegt, so ist der Streik vielen Menschen noch immer in Erinnerung. Die Croupiers sind die Spielmacher in einer Spielbank und wenn diese in den Streik treten, dann muss die Spielbank geschlossen bleiben. Genau dieser Fall trat genau vor 50 Jahren ein. Ein unvergessenes Ereignis.

Der Grund für den Streik, der als einziger dieser Art in die Geschichte eingegangen ist, war der Verdienst der Croupiers in der Spielbank. Dieser war bereits für die damalige Zeit ganz gut für einen Croupier, doch diese wollten mehr. So forderten die Croupiers der Spielbank Bad Neuenahr einen neuen Tarifvertrag und zogen aufgrund dieser Forderung in den Streik. Die Forderungen bezogen sich doch damals weniger auf den generellen Verdienst, sondern mehr auf die Verteilung der Trinkgelder. Diese werden in dem sogenannten Tronc gesammelt. Spieler können das Trinkgeld für die Angestellten an den Spieltischen in einen dafür vorgesehenen Schlitz werfen. Eigentlich sollte das Geld aus diesem Tronc unter den Mitarbeitern aufgeteilt werden. Zur damaligen Zeit war damals die Rede von einem Betrag in Höhe von 600.000 Mark pro Monat. Der Ärger der Croupiers entstand jedoch dadurch, dass die Gelder nicht wirklich unter den Mitarbeitern, die am Casinobetrieb mitwirkten, aufgeteilt wurden, sondern auch Personen einen Teil davon abbekamen, die keinen Beitrag zum Casinoalltag leisteten. Zudem wurden Teile der Gelder auch für private Zwecke der Direktion verwendet.

Arbeitskampf der Croupiers:

  • in einer Urabstimmung vom 27. Dezember 1966 entschieden sich die Croupiers für einen Arbeitskampf
  • unter Warnstreik firmierende Arbeitsniederlegung zum Jahreswechsel 1966/67
  • die Spielbank Bad Neuenahr musste vorläufig geschlossen werden
  • ein Notdienst kam nicht zustande
  • kein Erfolg durch Warnstreik
  • es gab einen weiteren, auf sieben Tage angesetzten Streik
  • Casino reagierte mit Aussperrung

Mit dem Glücksspiel dürfe nicht viel Geld verdient werden

Zur damaligen Zeit war das Glücksspiel vielerorts noch viel verpönter als heute. Dementsprechend wurde deutlich gemacht, dass Angestellte einer Spielbank nicht zu viel Geld mit dem Glücksspiel verdienen dürften. Die Forderungen der Angestellten stießen somit auf Granit. Bei Streikverlängerung wurde dann daher eine Eingreiftruppe auf den Plan gerufen. Im Nachhinein kursierten Gerüchte, dass einigen Streikbrechern sogar Schläge versetzt worden sein sollen. Der Streik hatte zur Folge, dass einigen Croupiers neue Tarifverträge angeboten wurden, andere der Angestellten blieben jedoch ausgesperrt und hatten kein Recht auf Wiedereinstellung.

Der Kampf um die Casinos Austria Anteile bleibt spannend

Der Kampf um die Casinos Austria Anteile bleibt spannend

Zum Ende des vergangenen Jahres gab es Neuerungen in Bezug auf die Verteilung der Anteile an den teilstaatlichen Casinos Austria. Nach langem hin und her wurde dem niederösterreichischen Glücksspielriesen Novomatic die Zusage für einen Teil der Anteile erteilt. Somit konnte sich der Konkurrenz-Konzern fast ein Drittel an den Anteilen an den Casinos Austria sichern. Der Staat hat nun entschieden ein Drittel selbst behalten zu wollen. Mit im Bietergeschäft dabei ist die tschechische Sazka Group, diese konnte nun den Zuschlag für weitere Anteile erhalten.

Casinos Austria Anteile:

  • Abgabe von Anteilen der teilstaatlichen Casinos Austria
  • Uniqa-Versicherung gibt ihre Anteile an ein tschechisches Bieterkonsortium ab
  • es geht um einen Anteil von jeweils 11,35 Prozent an den Casinos
  • Anteile gehen an die tschechische Came Holding
  • Came Holding hält dann insgesamt 34 Prozent (inklusive bestehender Anteile) an der Casinos Austria
  • Came gehört zu der tschechischen Sazka Group

Der ursprüngliche Plan der Uniqa war ein anderer. Eigentlich sollte der Casinos-Anteil der Versicherung an Novomatic verkauft werden. Hier wurde jedoch durch das Kartellgericht ihn erster Instanz ein Riegel davor geschoben. Sowohl Uniqa als auch Novomatic rechneten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit einer kartellrechtlichen Freigabe der Transaktion. Darauf folgte die Vertragsauflösung beider Unternehmen.

Came Holding als einer der größten Lotterie- und Glücksspielkonzerne Europas

Came Holding gehört zu der tschechischen Sazka Group. Bekannt ist das Unternehmen als einer der größten Lotterie- und Glücksspielkonzerne Europas. Bekanntheit erlangte Came Holding vor allem durch die hohen Wettumsätze. Als jährlicher Wettumsatz wird ein Betrag in Höhe von mehr als 15 Milliarden Euro festgelegt, wodurch dem Unternehmen ein konsolidierter Gewinn in Höhe von 850 Millionen Euro pro Jahr bleibt.