Rekordanstieg der Umsätze bei Novomatic

Rekordanstieg der Umsätze bei Novomatic

Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic ist nun bereits seit geraumer Zeit auf Erfolgskurs. Das Unternehmen gilt als führender Gaming-Technologiekonzern. Die stetige Weiterentwicklung des Unternehmens zeigte sich mit dem Geschäftsabschluss 2016. Hier konnten die Umsätze um 10 Prozent gesteigert werden. Dies bedeutet, dass die Umsätze bei einem Betrag in Höhe von 2,3 Milliarden Euro lagen – ein absoluter Rekordwert für das österreichische Glücksspielunternehmen.

Höchster Umsatz in 36-jähriger Unternehmensgeschichte

  • Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016: 2.294,1 Mio. EUR
  • Anstieg von 10 Prozent
  • größter Zuwachs verzeichnete der Bereich Automatenerlöse: Anstieg von 126,7 Mio. EUR auf 1.028,9 Mio. EUR
  • EBITDA: 588,5 Mio. EUR (2015: 616,7 Mio. EUR)
  • Personalstand steigerte sich in 2016 um 18,1 Prozent auf insgesamt 23.849 Mitarbeiter

Strategische Weichenstellungen bei der NOVOMATIC AG

Der erfolgreiche Abschluss des Geschäftsjahres 2016 ist nur eine Sache, die für das Glücksspielunternehmen bespricht. Des Weiteren wurden im vergangenen Jahr strategische Weichenstellungen vorgenommen.

Was wurde unternommen?

  • Unterzeichnung des Vertrages zum Erwerb von ca. 53 Prozent der Aktien des börsennotierten australischen Unternehmens Ainsworth Game Technology Ltd.
  • durch die Beteiligung an Ainsworth kann sich Novomatic in Australien, Asien, Nord- und Südamerika stärker positionieren
  • weiterer Ausbau der Geschäftstätigkeit in Europa
  • Erwerb von Talarius Ltd. durch NOVOMATIC UK
  • Zukäufe kleinerer Unternehmen in Deutschland, Italien und Spanien
Erhöhte Finanzierungsspielräume

Auch im Inland ist der Gaming-Konzern sehr aktiv. In Österreich hat die NOVOMATIC AG Anteile an der Casinos Austria AG und an den Österreichischen Lotterien erworben. Zudem hat das Unternehmen im vergangenen Jahr den Finanzierungsspielraum erhöht. Hierzu erfolgte eine Emittierung einer Benchmark-Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro im September 2016.

Novomatic baut Marktposition in Deutschland aus

Novomatic baut Marktposition in Deutschland aus

Von Seiten des deutschen Bundeskartellamtes wurde die Zustimmung gegeben. So wurde es dem österreichischen Glücksspielkonzern Novomatic ermöglicht, die Übernahme der deutschen Casino Royal Gruppe dingfest zu machen. Mit diesem Schritt macht der österreichische Glücksspielriese deutlich, dass der deutsche Glücksspielmarkt für das Unternehmen zunehmend wichtiger wird. Ziel ist es damit die Marktposition des Unternehmens nachhaltig auszubauen.

Fakten zur Casino Royal Gruppe:

  • rund 1.000 Mitarbeiter
  • Brutto-Umsatz von 102 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016
  • im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen stark vertreten
  • Rolf Falke und Dirk Schilling als Mitglieder des bestehenden Managements
  • ausgezeichnete Unternehmensentwicklung in den letzten Jahren

Starke Veränderungen des deutschen Markts

Der Novomatic-CEO Harald Neumann hat bereits im Februar dieses Jahres davon gesprochen, dass der deutsche Markt für das Unternehmen aus Niederösterreich in Zukunft immer interessanter werden wird. Es stehen einige Veränderungen des deutschen Glücksspielmarkts bevor. Daher war bereits zu Jahresbeginn durch Zukäufe in Europa auf Seiten Novomatics die Rede. Auch hat das österreichische Unternehmen zu dieser Zeit bereits Interesse am amerikanischen Glücksspielmarkt bekundet. Ziel des Unternehmens ist es, die starke Position in entsprechenden Ländern zu halten und nach Möglichkeit bereits im Vorfeld weiter auszubauen.

Novomatic als führender Betreiber von Spielhallen

In Deutschland gilt das österreichische Unternehmen als führender Betreiber von Spielhallen und Geldgewinnspielgeräten. Diesen Status hat das Unternehmen sowohl durch die Übernahme der Casino Royal Gruppe, aber auch durch die Admiral Spielhallen der Löwen-Gruppe inne. Mit der Übernahme soll sich für die Mitarbeiter der Casino Royal Gruppe erst einmal nichts ändern. Geplant ist es den Namen beizubehalten und die Mitarbeiterkompetenz im Unternehmen sinnvoll einzusetzen.

Tipico Neueröffnung in Dessau

Tipico Neueröffnung in Dessau

Sportwetten sind nun seit Jahren ein durchaus beliebtes Thema in Deutschland. Beliebt deshalb, weil deutsche Spieler gerne auf Sportveranstaltungen wetten. Interessant aber auch deshalb, weil die rechtliche Situation rund um Sportwetten bis heute noch ziemlich ungeklärt ist. Unabhängig von der noch unsicheren Rechtssituationen bezüglich Sportwetten in Deutschland feierte Tipico am 1. April 2017 in Dessau eine Neueröffnung. Mit leuchtend roter Reklame wirbt der neue Laden in der Dessauer Rennstraße für sich. Die Wettannahmestelle wurde als zweite in Sachsen-Anhalt eröffnet. Der Clou bei der Sache: Sportwetten sind in Deutschland noch immer eine rechtliche Grauzone.

Situation rund um Sportwetten in Deutschland:

  • mit dem ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag sollten 20 Lizenzen für private Sportwettenanbieter ausgegeben werden
  • aufgrund von Klagen benachteiligter Anbieter geriet das Vergabeverfahren ins Stocken
  • EU-Recht stand im Widerspruch zum deutschen Recht
  • Sportwettenanbieter eröffneten Shops, obwohl eine rechtliche Grauzone vorlag
  • aufgrund des Wiederspruchs zum EU-Recht wurde nicht dagegen vorgegangen

Sachsen-Anhalt als besonders restriktives Bundesland

Wie kommt es nun, dass trotz des eigentlichen Verbots in Sachsen-Anhalt bereits zahlreiche Sportwettenbüros eröffnet wurden, in Dessau alleine elf? Eigentlich ist vor Ort nur der staatliche Anbieter Oddset erlaubt. Bereits in 2007 sorgte die Werbung von Bwin auf Fußballtrikots der Spieler bei einem Freundschaftsspiel für Aufsehen. Man versuchte gegen die verbotene Werbung vorzugehen, ohne Erfolg. Seitdem ist man in Sachsen-Anhalt zurückhaltender, wenn es um den Kampf gegen das eigentlich illegale Glücksspiel geht.

Erlaubnis für Tipico in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gilt heute: wer eine glücksspielrechtliche Erlaubnis besitzt, darf vor Ort Sportwetten anbieten. Da das Konzessionsverfahren in Deutschland immer noch nicht abgeschlossen ist, ist die Erlaubnis die einzige Voraussetzung nach der man sich vor Ort richten kann, so der Sprecher des Innenministeriums in Sachsen-Anhalt. Man richtet sich vor Ort nach Vollzugsleitlinien, zumindest so lange, bis das Konzessionsverfahren endlich abgeschlossen ist. Zu beachten sind damit für Tipico nur die Vorgaben, die auch im Glücksspielstaatsvertrag festgelegt wurden:

  • Mindestabstand zu Schulen und Spielhallen
  • Werbeverbot
  • Erfüllung der Voraussetzungen rund um die Themen Jugend- und Spielerschutz
Reformierung der Casinos Austria

Reformierung der Casinos Austria

In der Vergangenheit wurde bei den Casinos Austria bereits einiges umstrukturiert. Neu ist hierbei auch, dass der Novomatic-Chef Harald Neumann in den Aufsichtsrat der Casinos Austria eingezogen ist. Bei dieser Veränderung wird es allerdings nicht bleiben. In einem Interview erklärt Neumann, wie er die Möglichkeiten der Reformierung der Casinos Austria einschätzt und welche nächsten Schritte unternommen werden sollten.

Was ist bereits neu bei den Casinos Austria?

  • Einstieg des Glücksspielkonzerns Novomatic in die Casinos Austria AG (Casag)
  • Novomatic hält nun 17 Prozent an der AG
  • Eintritt des Novomatic CEO Harald Neumann in den Aufsichtsrat der Casinos

Was Neumann in der Zukunft für Neuerungen für die Casinos plant:

  • Rückzug der Casinos Austria in manchen Ländern
  • vorherige Besprechung der Sinnhaftigkeit der internationalen Projekte der Casag
  • Konzentration der Casinos Austria auf das Inlandsgeschäft
  • Ausbau der Anzahl der Videolotterieterminals
  • neue Lotterieprojekte
  • Stärkung des Bereichs der Online-Sportwetten

Die Ideen des Novomatic Vorstands Neumann konzentrieren sich vor allem auf den heimischen Markt. Seiner Aussage nach sind die Casinos hier erfolgreich, also sei es sinnvoll die Strategie vor Ort weiterzuentwickeln und den Status des Unternehmens im Heimatmarkt zu festigen. Hierfür gibt es unterschiedliche Ideen, die durch einen Rückblick und möglichen Ausblick auf Sinnhaftigkeit geprüft werden sollen.

Eigene Ziele für Novomatic

Neben den Ideen, die Neumann für die Casinos Austria in den Aufsichtsrat mitbringt, gibt es natürlich auch für den CEO des niederösterreichischen Glücksspielkonzerns eigene Baustellen, die vorangetrieben werden müssen. Hier freut man sich nicht nur über die Erfolge, die Novomatic in den vergangenen Jahren in Märkten wie Großbritannien, Deutschland, Osteuropa und Italien erzielen konnte, sondern plant bereits zukünftige Unternehmensschritte. Hier ist von Expansion die Rede. Konzentrieren will man sich bei Novomatic in Zukunft auf große Glücksspielmärkte wie die USA und interessante Möglichkeiten in Afrika.

Marktentwicklung auf der Vienna International Gaming Expo 2017

Marktentwicklung auf der Vienna International Gaming Expo 2017

Die Vienna International Gaming Expo (VIGE 2017) fand in diesem Jahr vom 21. bis zum 23. März 2017 statt. Themen wie Marktentwicklung, Neuheiten, Innovationen und Spielerschutz standen bei dieser Fachmesse im Fokus. Besucher aus aller Welt hatten die Möglichkeit, sich hier zu entsprechenden Themen zu informieren und sich von den neusten Innovationen begeistern zu lassen. Die Experten der Branche hatten wiederum die Chance, sich vor Ort auszutauschen oder ihr Fachwessen bei Diskussionen zum Besten zu geben.

Austausch unter Branchenexperten

In einer Runde aus Experten der Branche wurde die Zeit genutzt, sich rund um die Marktentwicklung auf internationaler Eben auszutauschen. Im Fokus standen hierbei Märkte wie Deutschland, Rumänien und Österreich. Die Experten nutzten die Gelegenheit des Austauschs und ließen sich von anderen Experten hierbei auch gerne auf den aktuellsten Stand bringen. Unter den Experten der Branche waren unter anderem Moderator Pieter Remmers und Roman Neßhold als Vertreter des Instituts Glücksspiel & Abhängigkeit auf der Messe anzutreffen.

Aussteller aus ganz Europa

Auf der VIGE 2017 waren auch in diesem Jahr zahlreiche Schausteller zu finden. Hier wurden Innovationen aus unterschiedlichen Ländern präsentiert. Die Schausteller hatten die Gelegenheit die Besucher von neusten Produkten zu überzeugen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Kunden bekamen die Gelegenheit, sich einen Überblick über aktuell angebotene Produkte zu verschaffen und sich von neusten Innovationen begeistern zu lassen.

Fazit der VIGE 2017

Die Fachmesse in Wien bot auch in diesem Jahr eine tolle Plattform für Aussteller, Experten und Kunden. Neben dem Thema Marktentwicklung war vor allem auch ein Thema unter den Experten besonders wichtig: der Spielerschutz. Weltweit hat der Spielerschutz bei der Regulierung von Glücksspielen einen enormen Stellenwert. Die Experten waren sich bei entsprechenden Diskussionen schnell einig, dass der Spielerschutz nicht durch Verbote und Restriktionen gewährleistet werden könnte.

Die Experten haben sich daher einheitlich für eine liberale Herangehensweise ausgesprochen und deutlich gemacht, dass eine Regulierung viel wertvoller sei als ein Verbot, denn mit einer entsprechenden Regulierung könnte die Kontrolle und Überwachung durch den Staat sichergestellt werden und die Spieler wären dadurch bestmöglich geschützt.

Das Aus für Casinos Austria International in Argentinien

Das Aus für Casinos Austria International in Argentinien

Schon in der Vergangenheit gab es im Zusammenhang mit den Casinos Austria International und dem Land Argentinien viele negative Schlagzeilen. Das Unternehmen unter Casino-Chef Carl Stoss hatte vor Ort einen langen Atem bewiesen, doch nun ist Stoss zu der Entscheidung gekommen, sich von dem argentinischen Markt zurückzuziehen. Das österreichische Glücksspielunternehmen hatte viel Pech in Argentinien und diese Pechsträhne wurde durch den Rückzug der Casinos Austria aus Argentinien nun beendet.

Mit dem Rückzug aus Argentinien ging für die Casinos Austria der Verkauf des konzerneigenen Hotels Sheraton in Salta, in der gleichnamigen argentinischen Provinz, einher.

Gründe für den Verkauf:

  • das Hotel gehörte nicht zu den Kernaktivitäten der Unternehmensgruppe
  • Betrieb von Casinos in Argentinien war den Österreichern seit 2013 verboten
  • Glücksspiellizenzen wurden den Casinos Austria bereits in 2013 entzogen
  • anhängiges Schiedsverfahren gegen Argentinien läuft noch immer

Der Verkauf war der letzte Schritt des österreichischen Glücksspielunternehmens, um den Rückzug aus Argentinien abzuschließen. Der Rückzug war jedoch bereits länger geplant, denn zuvor wurden bereits diverse Automaten-Outlets, zwei weitere Kasinos und das Lotteriegeschäft der Casinos Austria in Argentinien verkauft.

Weitere bevorstehende Änderungen bei der CASAG

Mit dem Rückzug aus Argentinien sind jedoch noch nicht alle Änderungen, die auf die CASAG zukommen abgeschlossen. Geplant ist es, dass die argentinische Casinos-Tochter Enjasa nun liquidiert werden soll, um den Rückzug aus Argentinien abzuschließen. Unabhängig von den beendeten Auslandsgeschäften steht als nächstes die Entscheidung darüber aus, wer die Führung der CASAG in Zukunft übernehmen soll.

Offensichtlich stehen die Aussichten an dieser Stelle für Stoss nicht mehr so gut und von Seiten der CASAG wurde angedeutet, dass eine Verlängerung für Dietmar Hoscher (SPÖ) durchaus in Frage kommt. Die Verträge der CASAG-Vorstandsmitglieder laufen zum Ende des Jahres 2017 aus und bis dahin sollte die Entscheidung bereits feststehen.