Die Casinos Bern, Luzern, illegale Angebote sowie das Angebot im Internet führten in den vergangenen Jahren in Interlaken dazu, dass mehr und mehr Spieler abwanderten und somit die Umsätze zurückgingen. Die leeren Pokertische sorgen bisher noch nicht dafür, dass das Casino schließen muss, doch wenn die Kunden weiterhin ausbleiben, dann droht dem Casinobetreiber eine große Gefahr.

Die Spieltische im Casino Interlaken bleiben leer. Ein paar Besucher vor Ort versuchen ihr Glück an den Spielautomaten, doch ansonsten bleiben immer mehr Besucher aus. An manchen Tagen füllt sich die Spielbank noch an den Abenden ab 18 Uhr und die Blackjack und Roulettetische können sich über Spielbetrieb freuen, doch an den beiden Pokertischen des Casinos nimmt so gut wie keiner mehr Platz.

Grund für den Rückgang, insbesondere im Bereich Poker, wird in dem eingeschränkten Angebot an Pokervarianten gesehen. B-Casinos dürfen laut Gesetz nur noch die Pokervariante Texas Hold?em Limit anbieten, die sich nicht sonderlich großer Beliebtheit bei den Gästen erfreut. In den A-Casinos hingegen werden weitere Varianten angeboten und so sehen die Betreiber hierin das größte Problem, wieso die Pokerspieler in umliegende Casinos abwandern.

Die Pokerturniere waren für das Casino Interlaken bisher auch eine wichtige Einnahmequelle. Durch das Ausbleiben der Gäste bleiben auch die Einnahmen aus und so können die Kosten des Casinos nur schwerlich gedeckt werden. Da das Casino Interlaken zu den kleineren Casinos zählt, bedeutet Poker für das Casino ein Verlustgeschäft. Seit diesem Jahr müssen die Eintrittsgebühren bei Pokerturnieren besteuert werden. Dies bedeutet für die Spielbanken, dass die Bezahlung für die Dealer kleiner ausfüllt. Das Pokerturnier ist somit für solche Casinos weniger rentabel.

Neben den A-Casinos wie Luzern und Bern, die für Interlaken eine große Konkurrenz darstellen, gibt es auch immer noch illegale Pokerrunden, die die Gäste in ihre Etablissements locken. Auch wenn es Gäste gibt, die bei solchen Runden schlechte Erfahrungen gemacht haben, so stellen auch eben diese illegalen Pokerrunden für das Casino eine große Konkurrenz da.

Normalerweise müsste gegen die illegalen Glücksspielrunden etwas unternommen werden, gerade weil Casinos wie dem in Interlaken dadurch Millionen als Einnahmen entgehen. Auch die Spielsucht stellt eine Gefahr dar, in erster Linie für die Spieler. Jedoch lohnt es sich nicht, die illegalen Angebot zu verfolgen, da die Strafen für die Anbieter bisher zu gering sind.

Laut Kripo seien die Ermittlungen in diesen Fällen besonders schwierig und bisher seien den Beamten im Raum Interlaken noch keine. Das Casino in Interlaken hat nun entschieden, Poker als Verlustgeschäft nicht weiter zu betreiben und so wird es nun das letzte Pokerturnier in Interlaken geben, womit eine ära zu Ende geht.