Seit geraumer Zeit hat die Branche der Lotterievermittler es in Deutschland nicht leicht. Grund dafür ist der umstrittene Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV). Dieser ist nun auch der Grund dafür, warum sich manche Lotterievermittler aus dem deutschen Markt zurückziehen. Zu diesen Lotterievermittlern gehört auch die Jumbo Interactive GmbH (Jumbo Lotto). Mit dem Rückzug des Anbieters zum Ende des Jahres verliert der Deutsche Lottoverband (DLV) ein weiteres seiner Mitgliedsunternehmen.

Das Unternehmen Jumbo Interactive mit Hauptsitz in Australien, ist sowohl in Australien als auch in den USA erfolgreich mit dem eigenen Lottoangebot. Seit 2013 bietet Jumbo Lotto das eigene Angebot auch in Deutschland an, offensichtlich weniger erfolgreich. Das Angebot des Anbieters beinhaltet hauptsächlich die Teilnahme an Lotterien über das Internet. Gründe für den Rückzug aus Deutschland fasst Jan Steffen, Geschäftsführer von Jumbo Interactive in Deutschland, in wenigen Sätzen zusammen:

  • unzureichende Provisionen der Landeslotteriegesellschaften
  • unverhältnismäßig hohe Werbe- und Vertriebsbeschränkungen infolge des Glücksspielstaatsvertrages
  • wirtschaftliche Arbeit in Deutschland sei unmöglich

Jumbo Lotto ist nicht der einzige Anbieter, der sich vom deutschen Markt zurückzieht. Erst im November 2015 verlegte der zweitgrößte Lotterievermittler Deutschlands, „Lottohelden“, seinen Unternehmenssitz von Deutschland nach Gibraltar. Dieser Schritt erfolgte ebenso aus wirtschaftlichen Gründen. Der Anbieter „Einfachlotto“ meldete Insolvenz an und gehört nun zu den ehemaligen Verbandsmitgliedern. Eine DLV-Umfrage bestätigt, dass es vielen Unternehmen aufgrund des GlüStV unmöglich ist, profitabel in Deutschland zu arbeiten.

Niedergang des deutschen Lottos

DLV-Präsident Norman Faber sieht den Rückzug von Jumbo Lotto, als einer von vielen Anbietern, als Weckruf für die Politik an. Spätestens jetzt sollte es den Politikern einleuchten, dass das deutsche Lotto auf diesem Weg nicht geschützt werde, sondern genau andersherum der Niedergang des deutschen Lottos bevorsteht. Die Politik sei in der Lage dies aufzuhalten und entsprechende Maßnahmen seien nun dringend notwendig, so Faber. Mögliche Maßnahmen wären seiner Aussage nach zum Beispiel innovative neue Produkte sowie zeitgemäße Werbe- und Vertriebsregelungen.