Von Seiten der Spielsuchthilfe wurde nun angegeben, dass seit Jahresbeginn die Anzahl der Anfragen zurückgegangen sei. Insgesamt sei die Anzahl der Hilfsanfragen um 5 Prozent gesunken. Experten der Spielsuchthilfe geben jedoch an, dass dies kein Grund sei aufzuatmen, denn es würde nicht bedeuten, dass die Spielsucht zurückgegangen sei, sondern vielmehr, dass die Spieler denken würden, dass sie durch das Automatenverbot keiner Gefahr mehr ausgesetzt seien.

Zunächst einmal ist der Rückgang der Anfragen bei der Spielsuchthilfe ein positiver Effekt. Es erwecke den Eindruck, dass es bereits jetzt, so kurz nach dem kleinen Glücksspielverbot, weniger Betroffene gebe.

Dies sei nach Expertenangaben jedoch ein Trugschluss. Die Spielsucht könne nicht von heute auf morgen einfach so weggehen, sagt Isabella Horodecki von der Spielsuchthilfe. Das Verlangen sei bei den Betroffenen immer noch da, doch diese würden denken, dass ein Anruf sinnlos sei, weil es ja keine Spielgeräte mehr vor Ort in Wien gibt. Bei der Suchthilfe ist man sich jedoch einig darüber, dass die Spielsucht dadurch nicht behoben sei, denn die Spieler würden weiterhin eine innere Unruhe und vor allem ein Verlangen nach dem Glücksspiel verspüren.

Alternativen zum kleinen Glücksspiel

Die Suchtexperten sind der Meinung, dass das generelle Verbot der Spielautomaten keine Besserung bringen werde, auch nicht in Zukunft. Es gäbe genug Alternativen, zu denen die pathologischen Glücksspieler sich früher oder später hingezogen fühlen werden. Wenn das Automatenangebot in Wien tatsächlich ausgemerzt sein wird, werden sich die Spieler eine Alternative im Internet oder in Wettlokalen suchen.

Das Glücksspiel im Internet sei nach Expertenmeinung zudem viel gefährlicher, weil die Spieler hier keinen überblick über ihre Gewinne und Verluste haben würden und zudem kaum Kontrollmöglichkeiten vorhanden seien. Es wird damit gerechnet, dass in Zukunft ein Anstieg der Spielsucht in Wien zu verbuchen sein wird.