Gleichzeitig scheinen sich auch die ausländischen Anbieter bedroht zu fühlen, denn diese konnten bisher in Deutschland ungestraft Sportwetten anbieten. Ausländische Betreiber mit einer Lizenz im Heimatland präsentierten ihr Sportwettenangebot in Deutschland und befanden sich bisher damit in einer Art Grauzone, sodass die Betreiber nicht geahndet und nicht bestraft wurden. Ob sich dies in Zukunft ändern wird ist derzeit noch unklar.

Wahrscheinlich ist diese Grundlage nun der Anlass für Malta, warum ein Gutachten des EuGH angefordert wurde. Hier soll nun geklärt werden, wie illegale Sportwetten nach den Paragraphen tatsächlich definiert werden. Der Antrag wurde von Seiten der Republik Malta gestellt und es wird nun auf eine Antwort in Form eines Gutachtens von Seiten des Europäischen Gerichtshofs gewartet.

Inhalt des angefragten Gutachtens

Die Frage, die von Seiten der Republik Malta an den EuGH formuliert wurde, beinhaltet die Frage danach, ob illegale Sportwetten als jede Tätigkeit im Zusammenhang mit Sportwetten, deren Art oder Veranstalter nach dem geltenden Recht des Staates, in dem sich der Verbraucher befindet, nicht zulässig ist definiert werden können. Neben der allgemeinen Definitionsfrage wird darüber hinaus gefragt, ob die Definition von illegalen Sportwetten mit den Art. 18, 49 und 56 AEUV vereinbar sei.

Es kann vermutet werden, dass das Gutachten aufgrund der derzeitigen Sportwettensituation in Deutschland angefordert wurde. Bisher handelt es sich bei den Angeboten der im Ausland lizensierten Betreiber nicht um tatsächlich illegale Angebote. Durch die Wirksamkeit des Glücksspielstaatsvertrages machen sich offensichtlich nun auch die ausländischen Anbieter Gedanken darüber, ob eine Zukunft für eben diese Anbieter im Bereich der Sportwetten überhaupt in Frage kommt. Die Antwort des EuGH wird nun abgewartet und wahrscheinlich ist das Gutachten für mehrere als nur die Betreiber aus Malta interessant.