In seiner Aussage wird schnell deutlich, dass er den Glücksspielstaatsvertrag prinzipiell für notwendig hält, um den Glücksspielmarkt in Deutschland zu regulieren und die Kriminalität, wie beispielsweise Geldwäsche und Betrug, unter Kontrolle zu halten.

Durch die staatliche Regelung werde seiner Meinung nach darüber hinaus die Spielsuchtgefahr eingedämmt und kontrolliert. Von der Spielsucht gehe eine hohe Gefahr aus, nicht nur für die betroffenen Personen, sondern darüber hinaus auch für deren Freunde und Familien, da sich die Sucht auf das komplette soziale Umfeld des Betroffenen auswirken kann. Doch gerade in Bezug auf den aktuellen E15 Entwurf scheint Beck die Augen vor den Tatsachen zu verschließen, denn nach Expertenmeinungen zu Folge ist dieser nicht Europarechtskonform und entspricht in der jetzigen Form nicht den europäischen Standards.

Nachdem der erste Gesetzesentwurf bereits im Jahr 2011 von Seiten der EU Kommission kritisiert wurde und nun erneut einen Haufen Kritik als Antwort gegeben wurde, haben die Verantwortlichen bisher keine Antworten von den Ministerpräsidenten erhalten, wieso beispielsweise die auszugebenden Lizenzen aus 20 beschränkt wurden. Weitere Kritikpunkte der EU-Kommission sind unter Anderem die hohe Besteuerung, die die Wettbewerbsfähigkeit einschränkt und das Verbot von Online Casinos und Online Poker.

Experten haben kein Verständnis gegenüber den Verantwortlichen, die die Kritik offensichtlich einfach beiseite wischen wollen und angeben, dass die EU-Kommission mit Sicherheit grünes Licht geben werde, obwohl es in der Realität ganz anders aussieht. Denn eben diese behält sich laut eigenen Angaben vor ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einzuleiten, falls notwendig.

Die Ministerpräsidenten der 15 Bundesländer scheinen der Kritik bisher mit Ignoranz gegenüber zu stehen. Nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) an dem ersten Gesetzesentwurf Kritik geübt hatten, nehmen die Ministerpräsidenten offensichtlich nun an, dass die Erhöhung der Sportwettenlizenzen von sieben auf 20 dem Wunsch der EU-Kommission gerecht werden müsste.

Allerdings wurde von Seiten des EuGH vorrangig eine gerechte Regelung gefordert. Durch das gleichzeitig bestehende Verbot der Online Casinos und des Online Pokers jedoch bleibt diese Gerechtigkeit schon bei dem E15 Entwurf auf der Strecke.

Beck und Co. Geben zwar an, dass die Verbote bestehen bleiben sollen, da von Poker und Online Casinospielen eine höhere Suchtgefahr ausgehe, belegen können sie dies jedoch nicht.

Im Gegensatz zu der Aussage der höheren Suchtgefahr existieren Studien, die belegen, dass die Suchtgefahr bei Poker und Online Casinospielen genauso hoch ist, wie die Suchtgefahr, die von Sportwetten ausgeht. Die Studie belegt außerdem, dass der Schwarzmarkt der Sektor ist, von dem die höchste Gefahr ausgeht, was dem E15 Entwurf genau genommen wiederspricht, denn dieser würde den Schwarzmarkt indirekt durch das Verbot unterstützen.

Ganz anders als der E15 Entwurf, wurde das Glücksspielgesetz aus Schleswig Holstein von Seiten der EU-Kommission angenommen. Das Glücksspielgesetz des nordischen Bundeslandes sei europarechtskonform und behandelt die unterschiedlichen Glücksspielsektoren gerecht. Auch wurden Faktoren wie Spielsuchtgefahr, Kriminalität und Jugendschutz in dem Gesetz bedacht und die Entscheidungen wurden außerdem von Seiten Schleswig-Holsteins belegt.

Das liberale Gesetz soll für die anderen Ministerpräsidenten als Vorbild gelten und erst kürzlich wurden vor Ort die ersten Lizenzen für Sportwettenanbieter vergeben. Die neuen Lizenznehmer sind Polco Ltd., eine Tochterfirma von Betfair, Jaxx SE, dem der MyBet-Betreiber PEI Ltd. gehört und Oddset. Die Spielsucht könne laut Wulf Hambach, Gründungspartner der Kanzlei Hambach & Hambach in München, durch das Glücksspielgesetz, welches nach dänischem Vorbild reguliert wurde, besser kontrolliert und reguliert werden.

Der Fraktionschef der FDP, Wolfgang Kubicki, macht in einer Stellungnahme zu diesem Thema deutlich, dass mit einem Verbot die Augen vor dem eigentlichen Problem verschlossen würden, anstelle dieses, durch Regeln und Kontrollen, effektiv zu bekämpfen. Die Experten scheinen in dieser Hinsicht einheitlich der Meinung zu sein, dass sowohl das Verbot von Online Casinos und Online Poker, als auch die viel zu hohen Steuersätze, dazu beitragen werden, dass der E15 Entwurf in Zukunft scheitern wird.

Derzeit durchläuft der E15 Entwurf der 15 Ministerpräsidenten den Ratifizierungsprozess in den deutschen Landtagen, auch wenn die meisten Branchenkenner fest davon ausgehen, dass das Gesetz spätestens vor dem EuGH scheitern wird. Wenn die Begründungen für die Entscheidungen weiterhin fehlen werden und der Entwurf dadurch scheitern wird, dann ist es zu erwarten, dass die EU die Regelungen in Bezug auf den Glücksspielstaatsvertrag selber in die Hand nehmen werden.