Aktuell wird darüber diskutiert, die Gesetzgebung dahingehend zu ändern, dass die Legalisierung nicht mehr quantitativ beschränkt wird, sondern ausschließlich qualitativ. Dies würde bedeuten, dass zum einen die Europäische-Union zufrieden wäre und zum anderen mehr Konkurrenz für den staatlichen Lottoanbieter mit sich bringen würde. Dies ist es auch, was Lotto Rheinland-Pfalz befürchtet. Darüber hinaus hätte dies auch Folgen für die Vereine, weil Lotto Rheinland-Pfalz durch mehr Konkurrenz weniger Einnahmen generieren würde und so auch weniger Gelder in Bereiche wie Sport, Umwelt, Denkmalschutz und Kultur fließen würden. Ein Großsponsor würde für die Vereine damit sicherlich wegfallen.

Bisher ist die Privatisierung der Sportwetten jedoch nur ein Gespräch, nicht jedoch Realität. Viel schlimmer ist es jedoch, dass das staatliche Monopol aktuell zwar noch besteht, jedoch zahlreiche Internet-Sportwettenanbieter im Internet den rechtlichen Graubereich nutzen und auf diesem Weg große Umsätze verbuchen können. Neben der illegalen Konkurrenz für das staatliche Monopol bedeutet das Glücksspielangebot in der Grauzone auch eine Gefahr für die Spieler, denn hier ist das Angebot nicht kontrollierbar und viele Spieler sind so schneller der gefährlichen Spielsucht ausgesetzt.

Der deutsche Glücksspielmarkt ist nicht mehr zeitgemäß

Dass die Regulierung in Deutschland überarbeitungswürdig ist, dies sieht nicht nur die EU-Kommission so, sondern auch innerhalb des Landes wird viel darüber diskutiert, dass die Gesetzgebung liberaler gestaltet werden müsste, um in der heutigen Zeit anzukommen. Natürlich darf hierbei nicht außer Acht gelassen, dass es hierbei um viel Geld geht. Während der Staat bei einem Staatsmonopol viel Geld einnimmt und gleichzeitig auch durch den Schwarzmarkt profitiert, würde eine Regulierung langfristig wahrscheinlich weniger Einnahmen für den Staat bedeuten.

Dennoch sind diese Einnahmen eigentlich das kleinste Problem, denn aktuell werden die Millionen nur von A nach B geschoben, egal ob die Gelder aus dem legalen, dem illegalen oder dem halblegalen Glücksspielangebot stammen. Wer dabei jedoch außer Acht gelassen wird ist der Spieler, denn auch wenn immer die Rede von Spielerschutz ist, so kann dieser bei der aktuellen Regulierung oder auch bei der fehlenden Regulierung nicht gewährleistet werden.