Im Zusammenhang mit dem Glücksspiel ist die Spielsucht immer ein brisantes Thema. Die Spielsucht betrifft jeden: dem Spieler, der dem Glücksspiel verfallen ist, die Angehörigen, die sich aufgrund der Sucht sorgen müssen, die Betreiber, aufgrund der Verantwortung im Zusammenhang mit dem Spielerschutz und auch die Behörden, die oftmals darüber entscheiden müssen, ob ein Spieler aufgrund der eigenen Sucht entscheidungsunfähig ist oder war. Selbsthilfegruppen für Betroffene sind oft eine gute Methode, um mit der Sucht selber und den Konsequenzen umzugehen.

Plastikchips als Motivation

Während Menschen, die an der Spielsucht litten, mit großer Wahrscheinlichkeit mit Spielchips zu tun hatten, haben sie auch bei der Selbsthilfegruppe immer noch ganz ähnliche Chips in der Tasche. Während die Spieljetons, die Spieler zum Spielen genutzt haben, diese in die Sucht getrieben haben könnten, dienen die in der Selbsthilfegruppe dazu aufzuzeigen, wie lange die Süchtigen es schon geschafft haben, sich von dem Glücksspiel fernzuhalten. In diesem Zusammenhang sind die Chips also eine Motivation, um die Spieler weiterhin vom Zocken abzuhalten.

Das Reden hilft bei vielen Suchtkrankheiten, so ist es auch bei Drogen- und Alkoholabhängigen. In einem Stuhlkreis sitzen die Teilnehmer und erzählen ihre Geschichten. Manchen hilft das Reden, anderen das Zuhören. Die Teilnehmer tauschen sich aus, sowohl was die Erfahrungen im Zusammenhang mit der Sucht betrifft, als auch die Folgen. Auch Angehörige haben die Möglichkeit, an den anonymen Runden teilzunehmen. Neben der Spielsucht werden in vielen solcher Runden neben dem Suchtthema auch andere Themen aus dem Alltag besprochen. Die Teilnehmer fühlen sich wohl, erleben Verständnis und Hilfe von ebenfalls Betroffenen.

Der Weg aus der Spielsucht ist schwierig, dies wissen auch die Teilnehmer in den anonymen Gruppen. Auch gibt es oftmals Spieler, die noch nicht ganz von der Sucht losgekommen sind und sich trotzdem einer dieser Gruppen anschließen. Methoden wie Ablenkung, ein Sparschwein zum Sparen des Geldes, welches sonst zum Spielen genutzt wird und die Abnahme der Bankkarte durch die Betreuer sind gern genutzt, um die Spielsüchtigen auch im Alltag zu unterstützen.