Mit dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag sollte der deutsche Glücksspielmarkt für private Anbieter geöffnet werden. Bisher war dies wenig erfolgreich, weiterhin ist der Staat für den Verbraucherschutz und die Einnahmen durch das Glücksspiel verantwortlich. Natürlich ergeben sich hieraus zahlreiche Fragen von Seiten der Spieler und Betreiber.

Der Glücksspielstaatsvertrag existiert in Deutschland seit dem Jahr 2008. Hiernach gibt es in Deutschland ein staatliches Glücksspielmonopol. Mit Ausnahme von Pferdewetten sind die 16 staatlichen Lotteriegesellschaften für das Angebot von Glücksspiel zuständig. Auch die Spielbanken werden staatliche geführt und Sportwetten werden über den staatlichen Sportwettenanbieter Oddset präsentiert. Mit dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag sollte der Markt für private Sportwettenanbieter geöffnet werden. Hier unterzeichneten lediglich 15 Ministerpräsidenten der Bundesländer, Schleswig-Holstein stimmte den neuen Regelungen des Änderungsstaatsvertrags nicht zu. Hier wurde ein Sonderweg eingeschlagen, nach welchem eine stärkere Liberalisierung des Sportwettenmarkts angestrebt wurde.

Spieler- und Verbraucherschutz im Fokus

Das Glücksspielmonopol in Deutschland soll in erster Linie dem Verbraucher- und Spielerschutz dienen. Gleichzeitig verdient der Staat an den Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel mit. Nach Angaben des Europäischen Gerichtshofs jedoch könne durch den Glücksspielstaatsvertrag nicht die Suchtbekämpfung in gleichem Maße bei allen unterschiedlichen Glücksspielarten durchgeführt werden. Dementsprechend sollte ein Änderungsstaatsvertrag aufgesetzt werden, um die Inkohärenz zu beseitigen. Die Marktöffnung für private Sportwettenanbieter sollte unter Einhaltung strenger Voraussetzungen durchgeführt werden, bisher kam es jedoch noch nicht zu einer Lizenzvergabe für entsprechende Betreiber.

Die Spielautomaten sind ein Bereich, der nicht im Glücksspielstaatsvertrag enthalten ist. Hier ist das Bundeswirtschaftsministerium zuständig, welches das Automatenspiel durch die Gewerbeordnung geregelt sieht. Gerede in Hinblick auf die Spielsucht sind die Spielautomaten ein wichtiges Thema, denn Experten gehen davon aus, dass die Spielautomaten am schnellsten zur Glücksspielsucht führen können. Einschränkungen und Regelungen, die durch die Gewerbeordnung geregelt werden sollen, sollen dabei helfen, die Spielsucht einzudämmen und das Automatenspiel in kontrollierte Bahnen zu lenken.

Prävention und Hilfe bei Spielsucht sind hier Themen, die mit besonderer Wichtigkeit behandelt werden sollen. Sowohl die staatlichen Glücksspielunternehmen als auch die privaten Glücksspielanbieter haben dafür zu sorgen, dass Informationen rund um das Thema Spielsucht zur Verfügung stehen und so die Prävention im Bereich der Spielsucht gewährleistet werden kann.