Vor wenigen Tagen feierte die bundesweit erste Fachberatungsstelle für Glückspielsucht, das Cafe Beispiellos in Berlin, ihr 25-Jähriges Bestehen. Dies wurde zum Anlass genommen eine Feier auszurichten, mit der das Bestehen der Einrichtung zelebriert und gewürdigt werden kann. Gleichzeitig wurde auch ein Blick in die Zukunft gewagt und damit ein Blick auf die Veränderungen, die sich bereits innerhalb der letzten Jahre vollzogen haben.

Das Caf? Beispiellos wurde im Jahr 1987 mit Hilfe der Caritas gegründet. Hierbei handelte es sich schon damals nicht nur um eine Beratungsstelle mit Beratungs- und Gesprächsgruppenangeboten, sondern um einen sozialen, sozialpädagogisch betreuten Treffpunkt ohne Glücksspielangebote und mit alternativen Freizeitangeboten. Damit entstand die erste Beratungseinrichtung, die explizit für Spielsüchtige, suchtgefährdete Personen und die Angehörigen der Betroffenen eingerichtet wurde.

Offiziell wurde die Spielsucht erst einige Jahre später, im Jahr 2001, als krankhafte Sucht anerkannt und es wurden weitere Hilfeeinrichtungen ins Leben gerufen.

Studien beweisen, dass die Anzahl der Spielsüchtigen auch heute noch stetig ansteigt und nicht nur Studien beweisen das, sondern auch die Anzahl derjenigen, die im Caf? Beispiellos Hilfe suchen. Aussagen zu Folge handelt es sich bei den meisten Hilfesuchenden, um Spieler, die an den Spielautomaten der Sucht verfallen sind. Doch es ist bereits ein Trend zu bemerken, in welche Richtung es in Zukunft gehen wird.

Die Besucherzahlen in den traditionellen Spielbanken gehen zurück, während die Anzahl der Spieler im Internet stetig steigt. Im Caf? Beispiellos ist man sich darüber im Klaren, dass auch die Suchtgefahr im Internet immer größer wird und der Trend ganz eindeutig in diese Richtung geht. Der Zugriff auf die Glücksspielangebote im Internet ist viel Freier als in der realen Welt, sodass hier vor allem auch andere Zielgruppen, wie Jugendliche und Minderjährige erreicht werden können.

Bei der Studie "Pathologisches Glücksspielen und Epidemiologie" (PAGE), die im letzten Jahr berücksichtigt wurde, wurde ein Einblick gewährt, in den Bereich der Spielsucht, in die Gefahren und die Risiken und in die Richtung, in der das größte Suchtpotential geht. Die Ergebnisse der Studie sind durchaus erschreckend. Anhand der Befragten konnte die Anzahl der pathologischen Spielsüchtigen auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden. Hierbei handelt es sich um 480.557 Pathologische Spieler.

Bei insgesamt 756.919 Personen handelt es sich um problematische Spieler, die drei bis vier Kriterien erfüllen und insgesamt 2.925.996 Personen, die ein bis zwei Kriterien des problematischen Glücksspiels erfüllen. Die Studie zeigt auf, dass die Betroffenen zunehmend jünger werden und dass es sich vorrangig um Personen männlichen Geschlechts handelt. Auch zeigten Studien bereits auf, dass vor allem Menschen mit niedrigerem Bildungsstatus, Personen mit Migrationserfahrung oder -hintergrund und Arbeitslose stärker betroffen sind.

Der Zugang zum Automatenspiel ist für viele Personen besonders einfach, da hier kaum Kontrollen durchgeführt werden. Noch leichter ist der Zugang zu den Glücksspielangeboten im Internet. Der Zugang in die traditionellen Spielbanken wird durch die gesetzlichen Regelungen erschwert, doch hier geht die Anzahl der Besucher bereits seit geraumer Zeit stetig zurück.

Die größte Problematik wird in der Möglichkeit des Online Glücksspiels gesehen. Trotzdem das Zocken im Internet noch nicht überall reguliert ist, haben die Spieler weltweit die Chance dem Glücksspiel im Internet nachzugehen – illegal. Es gibt kaum bzw. keine Zugangsbeschränkungen und die Online Casinos haben rund um die Uhr geöffnet. So haben die Spieler dauerhaft und zu jeder Zeit die Möglichkeit, dem Glücksspiel nachzugehen.

Bisher ist das Problem zwar bekannt, jedoch ist noch nicht klar, wie sich das in der Zukunft weiterhin entwickeln wird. Es werden Vermutungen und Befürchtungen angestellt und viele Suchtberatungsstellen, so auch das Caf? Beispiellos, sehen eine große Gefahr in den Möglichkeiten, die das Online Glücksspiel den Spielsüchtigen und den gefährdeten Personen bietet.