Die insgesamt 20 Lizenzen sollen an die privaten Sportwettenanbieter der 15 Bundesländer verhältnismäßig aufgeteilt werden, sodass jedem Bundesland eine bestimmte Anzahl an Lizenzen zur Vergabe zur Verfügung gestellt werden soll.

Das hessische Ministerium für Inneres und Sport ist für das Bewerbungsverfahren und die anschließende Bewerberauswahl zuständig. Dass die Ausschreibung bereits begonnen hat, wurde allerdings offensichtlich nicht öffentlich bekannt gegeben, denn beispielsweise der Verband europäischer Wettunternehmer gab an, dass dieser die Ausschreibung nur durch Zufall mitbekommen habe.

Bisher war die Anwaltskanzlei CBH als Vertreter für das Monopol in Deutschland bekannt. Auch soll diese Anwaltskanzlei nun für die Bestimmungen der Ausschreibungen zuständig sein. Experten reagieren hierauf mit Unverständnis, da es widersprüchlich sei, dass der Vertreter des Monopols des Lotto- und Totoblocks nun für die Liberalisierung in Form der Ausschreibung für private Sportwettenlizenzen zuständig sei.

In der Vergangenheit klagte die Kanzlei gegen private Sportwettenanbieter, was sich mit der Tatsache wiederspreche, dass eben diese Kanzlei nun die Ausschreibung für die privaten Anbieter betreuen soll. Ob dies den geltenden Gesetzen entspreche ist den Experten bisher noch unklar, auch wenn die Anwaltskanzlei nicht die endgültige Entscheidung über die Lizenzen treffen wird.

Ein weiteres Manko in der Vorgehensweise sehen die Experten in der Zeit, die den Antragstellern zur Verfügung gestellt wird. Die Bewerbungen müssen sehr umfassend sein, doch den Anbietern wird nur wenig Zeit zur Verfügung gestellt. Allen Anbietern, demnach auch den ausländischen Interessenten, ist die Frist bis zum 4. September 2012 gesetzt, bis dahin müssen die kompletten Bewerbungsunterlagen eingereicht worden sein.

Für die ausländischen Interessanten könnte dies problematisch werden, da auch diese die Bewerbungsunterlagen komplett in deutscher Sprache einreichen und somit wahrscheinlich einige Übersetzungen vorgenommen werden müssen.