Während die einen ihr Glück feiern und die Ablenkung beim Spielen genießen, haben andere Spieler schon längst die dunkle Seite des Glücksspiels kennengelernt und ihr eigenes Glück verspielt. In Niedersachsen zeigen die Zahlen auf, dass mehr als 75000 Menschen ein krankhaftes Spielverhalten aufweisen. In einigen Fällen geht dies mit Verlust von Job, Freunden, Familie und dem eigenen Besitz einher.

Spielsucht durch Automatenspiel

Studien belegen, dass von Spielautomaten die größte Suchtgefahr ausgehe. Niedersachsen gehört zu den bestversorgten Gebieten mit Spielhallengeräten in ganz Deutschland:

– in niedersächsischen Spielhallen gab es im Jahr 2012 genau 16870 Geldspielautomaten

– auf ein Spielhallengerät kamen 2012 in Niedersachsen 336 Einwohner

– wird nur noch von Bayern,

Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz übertroffen

– 2012 wurden mehr als 400 Millionen Euro

allein an Geldspielautomaten in Niedersachsen verzockt

Fernab der Realität

Die Welt in den Spielhallen ist eine ganz eigene Welt. Spieler verlieren sich selbst bei dem Zocken an den Automaten, fernab von dem Leben draußen. Kein Handyempfang in den Läden und keine Uhr in den Spielhallen, das einzige was zählt sind in diesen Momenten die Glücksgefühle beim Zocken an den Automaten und die Adrenalinausschüttung. Zeit und Raum vergessen die Spieler vor Ort.

Das Angebot der Spielhallen umfasst in vielen Fällen eine moderne Einrichtung, Freigetränke und die Möglichkeit vor Ort zu rauchen. In vielen dieser Etablissements herrscht eine familiäre Atmosphäre vor, wodurch die Spieler gerne immer wieder kommen.

Sobald die Spieler in den Fängen der Spielsucht sind beginnt der Abstieg. Hier stehen beim Spielen nicht mehr nur Spaß und Freude im Vordergrund, sondern vor allem der Gewinn oder der Versuch vorangegangene Verluste auszugleichen. Spieler, die ein krankhaftes Spielverhalten an den Tag leben, wissen, wie sie ihre Sucht verbergen können. Oftmals ahnen Freunde und Familie nicht einmal, dass der Betroffene in großer Gefahr lebt.

Viele der Spielsüchtigen bekommen erst zu spät Hilfe, dann wenn schon alles verloren ist. Suchtberatungsstellen bieten neben Hilfsangeboten auch ausreichend Informations-und Präventionsmaterial und nicht nur die Spieler selber, sondern auch die Angehörigen können hier Hilfe erhalten.