Hohe Einsätze gehen über die Tische und es gibt eine große illegale Pokerszene, in der verdeckt um hohe Summen gespielt wird. Ein Mann aus der Region spricht über seine eigene Spielsucht, bezeichnet sich dank der Arbeiterwohlfahrt heute als trockener Spieler und berichtet über die illegale Pokerszene im Siegerland.

Der junge Mann ist seit fast 10 Monaten clean, wie er selber sagt. In seiner Zeit der Sucht lebte er in einer Großstadt und spielte sieben Tage die Woche. Jeden Abend am Pokertisch, bis zum nächsten Morgen und dann weiter zur Arbeit. Er berichtet, dass es im Laufe der Zeit immer schwieriger wurde, seiner Familie passende Ausreden zu präsentieren.

Auch in Siegen konnte er von der Spielsucht nicht loskommen, denn auch wenn man es hier nicht erwartet, gibt es hier eine große, illegale Pokerszene, von der man als süchtiger Spieler sehr schnell hört. Bei den illegal ausgerichteten Pokerturnieren gewinnt vor allem ein Mensch immer, der Ausrichter, denn die Einnahmen kann dieser steuerfrei behalten. Als Ausrichter verdiene man in etwa 150.000 bis 200.000 Euro pro Jahr. Durch den ehemaligen Pokerspieler hat die Polizei nun entsprechende Tipps bekommen, um die illegale Pokerszene in Siegen zu bekämpfen.

Kampf gegen illegales Glücksspiel

Durch die Insiderinformationen des ehemaligen Spielers konnte die Polizei im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens bei einem Poker-Turnier in einem Weidenauer Vereinslokal eine erfolgreiche Razzia durchführen. Vor Ort traf die Polizei insgesamt 49 Gäste an, von denen nun gegen 46 Personen von Seiten der Kripo wegen Verdachts der Beteiligung an einem illegalen Glücksspiel ermittelt wird. Noch in der Nacht der Razzia wurden alle Personen mit zur Wache genommen, befragt und in der Nacht wieder freigelassen. Unter den Personen befanden sich zudem auch zwei Personen, die nun mit einer Anklage wegen Betreibens von illegalem Glücksspiel rechnen müssen.