Zuerst präsentierte man die Regelung als großes Hirngespinst in Bezug auf die Aktien im Bereich Online Glücksspiel. Nun halten sich viele Analysen zurück, da kontrollierte Märkte auch höhere Kosten zur Folge haben können.

Die Meinung zu den Aktien von Bwin ist vor nicht allzu langer Zeit erkennbar gesunken. Es gab insgesamt drei Abstufungen in der Beurteilung der Wertpapiere, welcher für die Aktie die schlechteste Position seit über 12 Monaten zur Folge hatte.

Intraday konnte der Titel vor kurzem zum Teil nur schlecht als recht über der Grenze von 30 Euro stehen bleiben. Ein Analyst den Unternehmen Cheuvreux stand vor gut einem halben Jahr noch alleine da, als er die Aktien so schlecht beurteilte. Mittlerweile folgen bereits vier Unternehmen diesem Beispiel und haben sogar sieben Kaufvorschläge eingereicht.

Die Kontrolle separater Märkte steht bei vielen Analyseexperten nun auf einmal stärker in der Kritik. Einerseits, weil häufig nicht alle Bereiche in Bezug auf die Online Glücksspielbetreiber freigegeben werden und andererseits, da dies höhere Ausgaben für Marketing und Lobbying sowie Steuern nach sich zieht.

Als Folge kommt dann Druck in Bezug auf die Einschätzungen was die Unternehmensergebnisse von Bwin und PartyGaming angeht. Diese Entwicklungen schlagen zwar nicht ein wie eine Bombe, doch die Kontrolle sehen viele Analysten nicht mehr als Möglichkeit an.

Ein Mitarbeiter von Davy sagt, dass während sein Unternehmen die Kontrolle der Online Glücksspielmärkte in Europa noch als gut betrachte, gestalte sich die übergangsphase in die kontrollierten Märkte für die Betreiber schwierig, die schon in den betroffenen Ländern ansässig seien.

Herr Birkin der bei Barclays Capital beschäftigt ist, sieht die Kontrollgefahren in Bezug auf Bwin nun auch kritischer. Im letzten Jahr habe man zwar keine separaten Vorfälle gehabt, die die Bewertung der Kontrolle beeinflusst habe, doch eine Summe von nur geringfügig schlechten Ereignissen lasse sie anders dastehen.

Hier ist die Art und Weise der Marktkontrollen wichtig. Diese kann für den Anbieter wie in Italien positiv sein, auch wenn Verzögerungen auftreten oder die Gewinne können wie es in Frankreich der Fall ist, wo es kein Casinoangebot und hohe Abgaben für Sportwetten gibt, erst einmal stark belastet sein.

Das französische Beispiel dürfte zahlreiche Anhänger finden, dies ist die Angst der Analyseexperten. Das Land habe zwar eine sichtbar schlechte Auswirkung auf die Gewinne, doch jede zusätzliche Kontrolle sollte prinzipiell eine gute Folge für den Betreiber haben, doch die Tatsache, dass die Regierung die öffnung des Marktes als Erfolg anpreist, sollte nachdenklich stimmen.

Die Rahmenbedingungen in Frankreich schränke das Wachstum des Marktes ein und verhelfe zur Anhebung der Abgaben. Das Risiko, dass dem andere Länder folgen, ist nicht gering. Die Unternehmen PartyGaming und Bwin hätten zwar das richtige Prinzip ausgesucht und hätten auch rasch auf dem Markt in Frankreich Fuß gefasst.

Dies hätte für sie Vorteile gegenüber den Konkurrenten zur Folge gehabt. Aber dies heißt nicht zwangsläufig, dass sie auch im Hinblick auf die feststehenden Erträge vorn mitspielen, so der Mitarbeiter. Man hat die Angst, dass Griechenland, das mit seinem Budget zu kämpfen hat, dem französischen Beispiel folgen wird.

Dies ist dahingehend ausschlaggebend, als dass das Land im letzten Jahr der drittgrößte Markt für das fusionierte Unternehmen von bwin und Party Gaming darstellte, dazu gehörte noch ein zusammengesetzter Anteil am Gewinn, der 7 Prozent höher lag als Frankreich.

Wegen der Schrumpfung der Gewinne in Frankreich, die mit der Marktöffnung zusammenhingen bewertet man dies als schlechten Effekt, wenn Griechenland das Gleiche tut. Und hier wird von der Bundesrepublik mit 25 Prozent der zusammengesetzten Erträge vor Synergie noch gar nicht gesprochen.

Die Schwierigkeit ist hier, dass infolge des aktuellen Richterspruchs seitens des EuGH, demzufolge die deutsche Gesetzeslage nicht zum geltenden EU-Recht passt, zwar jeder das Wort Regulierung in den Mund nimmt, aber noch keiner einer Ahnung hat, wie die Zukunft dieses Bereichs gestaltet werden soll.

Vor kurzem fanden sich die Ministerpräsidenten aller Bundesländer zusammen und kamen darauf überein, zwei Entwürfe bis zum kommenden Treffen am 15.12. zu entwickeln. Das Grundprinzip ist hier, dass die Bundesrepublik Sportwetten und Poker zu Beginn des Jahres 2012 so wie sein Nachbarland Frankreich zu kontrollieren beginnt.

Genaue Ziffern gibt es so früh noch nicht. Sollte dieser Fall jedoch auftreten, könnte dabei in zwei Jahren der Hauptteil der Fusionssynergien draufgehen. Die nächsten anderthalb Jahre sind hier entscheidungswichtig.

Je mehr Märkte zu einem Kontroll- und Abgabemodell finden, desto bedeutender wird es für die Aktionäre, dass die Betreiber von Online Glücksspiel mehr Informationen in Bezug auf die geografische Aufteilung der Erträge öffentlich machen. Doch wie sieht es auf dem viel versprechenden Markt der Vereinigten Staaten aus?

Hier ist immer noch sehr wahrscheinlich, dass virtueller Poker in jedem Bundesstaat unterschiedlich kontrolliert wird, doch dieser Prozess ist lang anhaltend. Den Anlegern ist geraten, sich mit den Auswirkungen der Kontrolle in Europa zu befassen als mit einer möglichen Aufwertung durch eine Kontrolle in den US. Die Merger sind hier keinem Risiko ausgesetzt.