In den Deutschen Spielbanken herrscht Rauchverbot, die Einlasskontrollen wurden verschärft und es existiert das Geldwäschegesetz. Durch diese Bedingungen bleiben in der heutigen Zeit immer mehr Besucher aus. In Bad Homburg wurde sogar beobachtet, dass nicht nur die Besucherzahlen zurückgehen, sondern zusätzlich das Publikum zunehmend älter wird.

Wenn Erinnerungen zu dem Casino Bad Homburg aufkommen, dann wird an glanzvolle Zeiten gedacht. Das Casinogebäude ist zwar heute noch genauso eindrucksvoll, wie vor einigen Jahren, jedoch hat sich das Bild im Inneren dieser Spielbank extrem verändert. Es sind vorrangig Mitarbeiter anzutreffen und an den Wochentagen nur noch wenige Gäste. Das Casino befindet sich ganz in der Nähe des Kurparks. Die Personen, die von Frankfurt mit dem Casinoshuttle nach Bad Homburg kommen, besuchen immer seltener das Casino, sondern scheinen sich lieber den Kurpark anzusehen.

Im Casino selbst herrscht nur noch gähnender Betrieb. Das spektakuläre Image kann heute für das Etablissement nicht mehr gelten. Keine freudigen Ausrufe an den Tischen und kaum noch Spannung vor Ort. Natürlich gibt es dennoch Spieler, die regelmäßig das Casino Bad Homburg besuchen. Hierzu zählt der 77 jährige Franz M., der das Spielen in den 60er Jahren in Monaco für sich entdeckte.

Auch heute kommt er im Durchschnitt zweimal die Woche in das Casino und setzt dort pro Woche rund 200 Euro. Für ihn sei das Glücksspiel im landbasierten Casino reine Unterhaltung. Man könne wunderbar die anderen Spieler beobachten und für ihn selbst sei dies noch immer ein tolles Erlebnis. Doch die wenigen Langzeitspieler sind für das Casino nicht ausreichend, damit der Spielbetrieb auf Dauer rentabel bleiben kann.

Doch nicht nur die Spielbank in Bad Homburg hat mit diesen Bedingungen zu kämpfen, denn auch sonst sehen die Medienberichte für die Casinos im Großen und Ganzen ziemlich negativ aus. Ständig ist von Einbußen die Rede und natürlich von dem Besucherrückgang in den Spielcasinos. Der Grund hierfür wird hauptsächlich in dem Rauchverbot und in den Einlasskontrollen gesehen. Das Rauchern gehörte seit jeher an den Spieltischen dazu, doch nun, da es verboten ist, kommen viel weniger Besucher in die Spielbanken, so die Experten.

Zusätzlich zu diesen Bedingungen führte auch das eingeführte Geldwäschegesetz zu weiteren Besucherrückgängen. Die Spieler werden insgesamt viel eingehender überprüft und bei hohen Verlusten bestimmter Spieler sind die Betreiber der Spielhallen dazu aufgefordert, dass sie Aufklärung in Bezug auf Spielsucht betreiben. Diese Kontrollen schrecken die Glücksspielfans offensichtlich ab.

Neben den strengen Gesetzen und Kontrollen ist zusätzlich die Konkurrenz für die landbasierten Spielhallen enorm angewachsen. Durch das Online Glücksspiel Angebot bleiben viele Spieler nun lieber zu Hause, werden dort weniger kontrolliert, können rauchen und trotzdem ihren Lieblingsspielen nachgehen. Die Zeit der traditionellen Spielbanken scheint dem Ende zuzugehen. Die Leute sind nicht mehr so risikofreudig, setzen weniger Geld und sind geizig beim Trinkgeld.

Doch nicht nur dadurch gehen den Etablissements Einnahmen verloren, sondern auch wegen den wenigen Besuchern. In den landbasierten Casinos sind vorrangig nur noch ältere Herrschaften anzutreffen, die nur selten ein großes Risiko eingehen. Für Glücksspielfans, die den Casinos immer Glanz und Gloria nachgesagt haben, ist der Niedergang der Spielbanken wohl eine durchaus traurige Nachricht. Erfreulich hingegen könnte diese Entwicklung für die Kritiker sein, die das Glücksspiel verurteilen und vor Spielsucht warnen.