Die Spielbanken mit staatlicher Zulassung in Bayern haben nun ihr Ende zu befürchten. Die Besucher gehen zurück und die finanziellen Rücklagen schrumpfen. Der Steuerzahler soll hier mit 8 bis 9 Millionen Euro aushelfen.

Zwei der neun Casinos in Bayern sollen nun endgültig ihre Pforten schließen. Die wirtschaftliche Krise hat viele Ursachen, unter anderem das Rauchverbot, das andere Freizeitverhalten, Online-Glücksspiel und die große Konkurrenz der Spielhallen.

Die Anzahl an Spielautomaten hat sich in den vergangenen drei Jahren beinahe um das Doppelte gesteigert. Die Landesregierung der CSU hatte vor 16 Jahren das Gesetz der Spielbanken verändert um die Eröffnung von vier neuen Casinos zu ermöglichen und die Standorte auf neun zu vergrößern, hier war noch nicht absehbar, was heute eingetreten ist, denn man war sich seiner Sache absolut sicher.

Geld war hier nicht ausschlaggebend. Für die Errichtung der Spielbank in Bad Steben bemühte man einen namhaften Architekten, hierbei gab man 11 Millionen aus. Das Bayrische Staatsministerium für Finanzen war trotz allem überglücklich, dass nun jeder Regierungsbezirk über ein eigenes Casino verfügt.

Die Standorte Bad Steben und Bad Kötzing waren nicht von Erfolg gekrönt und haben wirtschaftliche Probleme. Im vergangenen Jahr machten die beiden gemeinsam einen Verlust von sechseinhalb Millionen Euro. Das Ministerium für Finanzen möchte ihre Problemfälle loswerden und hat sie schon auf seiner Streichliste.

Der Finanzsekretär der CSU hat diese in Gedanken schon zu gemacht, er gab vor kurzem im Haushaltsausschuss im Landtag an, dass bei einem Kurort heute ausschlaggebend sei, ob er einen guten Wellnessbereich und einen Golfplatz besitze, eine Spielbank dagegen sei nicht mehr von Interesse.

Der Finanzexperte der Grünen prophezeit den Untergang dieser Spielbanken, da nicht nur zwei Casinos zu kämpfen hätten, sondern ganze sieben. Alle neun Spielbanken in Bayern hätten zusammen in den vergangenen drei Jahren einen Verlust von 25 Millionen Euro eingefahren.

Deswegen sei es laut dem Experten nicht vertretbar, dass die Steuerzahler für die Spielbanken zahlen müssten und er verlangt eine radikale Umstellung. Er schlägt vor, dass die Regierung die staatlichen Spielbanken hinter sich lassen und alles privatisiert, anstatt eine Spielbank nach der anderen zu schließen und die Steuerzahler mit den Verlusten zu behelligen.

Die FDP ist ebenfalls dieser Meinung. Der haushaltspolitische Sprecher der Partei sagte, dass der Staat die Spielbanken zwar unter Kontrolle haben solle, er sei aber nicht verpflichtet, diese auch zu führen.