Anstelle sich jedoch nun damit auseinander zu setzen, was in der Vergangenheit falsch gemacht wurde, geht es jetzt darum, schnellstmöglich eine passende Lösung für den aktuellen Zustand zu finden. In dieser Woche kommen die Ministerpräsidenten der Bundesländer zu einer Konferenz zusammen. Hier soll darüber entschieden werden, ob ein gänzlich neuer Glücksspielstaatsvertrag erarbeitet werden muss oder ob kleine Änderungen an der bestehenden Gesetzgebung ausreichen.

Veränderung der Gesetzgebung ist unausweichlich

Von Seiten des Europäischen Gerichtshofs wurden erst kürzlich wesentliche Bestandteile des Glücksspielstaatsvertrags als europarechtswidrig erklärt. Diese Tatsache führt dazu, dass eine neue Regelung kaum abzuwenden ist. Hiervon ist vor allem das hessische Innenministerium überzeugt, welches bereits angekündigt hat, bei der Ministerpräsidentenkonferenz einen ersten Gesetzesentwurf vorzustellen. Mathias Dahms vom Deutschen Sportwettenverband (DSWV) macht deutlich, dass nur eine grundlegend reformierte Gesetzgebung für Deutschland Sinn machen würde. Der Präsident des DSWV macht außerdem deutlich, dass die Ministerpräsidenten mit Gründlichkeit an die Gesetzessituation gehen und keine übereilten Entscheidungen treffen sollten, denn nur so kann langfristig für einen regulierten und vor allem funktionierenden Glücksspielmarkt in Deutschland gesorgt werden.

Neue Reform aus Hessen

Die Reform aus Hessen sieht vor, den bestehenden Glücksspielstaatvertrag komplett abzuändern. Genau aus diesem Grund wird diesem Vorschlag bereits die meiste Unterstützung zugesprochen. Geplant ist mit der neuen Reform zukünftig die Sportwettenangebote nicht mehr quantitativ sondern qualitativ zu beschränken. Darüber hinaus schlägt Hessen vor eine zentrale Aufsichtsbehörde für alle Bundesländer zur Verfügung zu stellen, die hier die entsprechenden Entscheidungen treffen kann. Auch aus anderen Bundesländern gab es bereits Vorschläge zu Gesetzesänderungen, hierbei handelte es sich jedoch lediglich um minimale Änderungen des bestehenden Glücksspielstaatsvertrags. Hiermit sei laut DSWV keinem geholfen, denn damit würde das Hauptproblem nicht beseitigt sondern lediglich überdeckt werden.