Die Regelungen in Schleswig-Holstein, die die vollständige Liberalisierung vorsehen und den Markt für private Sportwettenanbieter öffnen, sind sowohl bei der EU als vor allem auch bei den Anbietern besonders gut angekommen. Noch vor dem Regierungswechsel hatten CDU und FDP darauf hingearbeitet, dass die ersten Lizenzen bereits vor dem Wechsel vergeben werden konnten.

Die Ministerpräsidenten der übrigen 15 Bundesländer haben sich derweil für ein weit weniger liberales Glücksspielgesetz entschieden, welches im Juli als Glücksspieländerungsstaatsvertrag seine Gültigkeit erlangte. Diese Regelungen sollen eine bundeseinheitliche Gleichheit schaffen, in Bezug auf die Glücksspielregelungen, jedoch gibt es trotz des in Kraft Tretens immer noch einige Meinungsverschiedenheiten zu diesem brisanten Thema der Glücksspielbranche.

Auch in Schleswig-Holstein scheint nun, nach dem Regierungswechsel, nicht mehr alles so glatt zu laufen, wie es vorgesehen war. Die jetzige Regierung plant die Abschaffung des vorhandenen Glücksspielgesetzes und damit einhergehend auch die Rücknahme der Lizenzen. Die neue Regierung wolle sich den anderen 15 Bundesländern anschließen und damit die bundeseinheitliche Lösung für Deutschland möglich machen.

Vorerst wird vor Ort die rechtliche Lage geprüft, damit die neue Regierung Verantwortung übernehmen kann, falls in Folge der Rücknahme der Lizenzen hohe Schadensersatzforderungen auf das Land zukommen könnten. Dies ist auch der Grund warum erst einmal keine Schritte in diese Richtung getätigt wurden.

Neben vielen Diskussionen zu diesen brisanten Glücksspielthemen, gab es kürzlich eine neue Ankündigung und zwar die Zensur von Glücksspielwerbung. Die Werbung im Fernsehen oder im Online Bereich muss durch die Anbieter in Zukunft durch eine Genehmigungsbehörde genehmigen lassen, bevor diese veröffentlicht werden kann.

Experten sehen hier die Gefahr, dass durch diese Zensur eine Regelung in Bezug auf Werbung in Rundfunk und anderen Medien geschaffen würde, durch die dieser Werbung prinzipiell ein Riegel vorgeschoben werden könnte. überhaupt ist nicht nachzuvollziehen, wieso die neuen Regelungen nicht langsam einmal abreißen und der Glücksspielbranche eine Pause gegönnt wird.

Immer neue Gesetze und Regelungen und keine Zeit zur Pause. Dabei birgt das Glücksspiel nicht nur Gefahren für die Spieler, die sich vor der Spielsucht schützen müssen, sondern würde auch Arbeitsplätze schaffen und somit Gelder in die Staatskassen fließen lassen.