Auch in Stuttgart fühlte der Staat sich genötigt, dem rasanten Wachstum der Glücksspielbranche hier ein Ende zu setzen. Jahrelang war dies wenig erfolgreich, doch nun hat die Regierung der Landeshauptstadt mit Hilfe von Vergnügungsstättensatzungen einen Weg gefunden, dem rasanten Wachstum Einhalt zu gebieten. Erstmalig ist die Rede davon, dass die Anzahl von Spielhallen und Wettbüros zurückgeht.

Negative Auswirkungen durch Spielstätten

Das rasante Wachstum der Glücksspielbranche in Stuttgart hat vor allem zu Sorgen und Diskussionen bei den Kommunalpolitikern gesorgt. Das Stadtbild würde in bestimmten Regionen durch die Anhäufung entsprechender Glücksspieletablissements geschädigt, Anwohner würden sich durch die Lokalitäten gestört fühlen und die Suchtgefahr hänge wie ein drohender Schleier über der Stadt. Jahrelang war das Eingreifen der Regierung hier erfolglos, denn es wurden zwar entsprechende Satzungen erlassen, diese brachten jedoch nicht den gewünschten Effekt mit sich. Die Anzahl an Wettbüros und Spielhallen stieg weiterhin an, in Bezug auf die Gesetzgebung und die Europarechtskonformität von regional erlassenen Regulierungen sorgte für Unsicherheit und Diskussionen.

Sinkende Anzahl an Spielhallen

Nun scheint erstmals ein wirkungsvoller Weg gefunden worden zu sein, den Kampf gegen die Ausbreitung von Spielhallen und Wettbüros siegreich zu begehen. Erstmalig ist eine sinkende Anzahl an Spielhallen und ähnlichen Etablissements festzustellen.

Gründe für den Rückgang der Glücksspieletablissements:

– Landesglücksspielgesetz vom Herbst 2012 hat einen engeren Rahmen für die Zulassung von Spielhallen geschaffen

– bei Neuzulassungen müsse ein Abstand von 500 Metern zueinander eingehalten werden

– zu Schulen sowie zu Kinder- und Jugendeinrichtungen gilt ein Mindestabstand von 500 Metern

Für die Zukunft wird eine weitere Eindämmung der Glücksspieletablissements erwartet, vor allem wird diese auch diejenigen Einrichtungen betreffen, die aktuell noch unter den Bestandsschutz fallen. Die Übergangsfrist für Bestandsbetriebe läuft Mitte nächsten Jahres aus und auch wenn die Betreiber der Spielhallen und Wettbüros einen Antrag auf Verlängerung gestellt haben, so rechnen die Verantwortlichen damit, dass es zu weiteren Schließungen kommen wird, weil viele der Bestandsbetriebe die neuen Regelungen der Gesetzgebung nicht erfüllen.