Damit schließen sich die Politiker dem eingeschlagenen Weg der 15 Ministerpräsidenten an und entscheiden sich nun doch dagegen, eventuell nach dem Vorbild von Schleswig-Holstein zu handeln und einen Alleingang in bestimmten Bundesländern, wie beispielsweise Niedersachsen, anzutreten. Nun steht die Ratifizierung des Glücksspielstaatsvertrages vor dem Landtag an, womit die FDP nun einverstanden zu sein scheint.

Die Unterzeichnung des Glücksspielstaatsvertrages erfolgte bereits zum Ende des Jahres 2011. Die einzige Enthaltung kam von Seiten des Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen aus Kiel.

Bei dem Gesetzesentwurf wurde die Teilliberalisierung vorgesehen und beispielsweise soll Lotto künftig auch Online erreichbar sein und auch Sportwetten sollen im Internet erlaubt werden.

Jedoch wird bei dem Gesetzesentwurf auch das weiterhin bestehende Verbot für Online Casinos und Online Poker vorgesehen. Für private Sportwettenanbieter sind in Zukunft 20 Lizenzen vorgesehen. Es ist geplant, dass ab dem Sommer bereits dieses Gesetz für Deutschland gelten soll.

Während die 15 Ministerpräsidenten sich auf den E15 Entwurf einigten hat man in Schleswig-Holstein sein eigenes Glücksspielgesetz verabschiedet. Bei diesem ist die vollkommene Liberalisierung vorgesehen, also die Lizenzausgabe für Online-Sportwetten, -Poker und -Casinos. Auch der Steuerbetrag ist für Schleswig-Holstein viel niedriger angesetzt, als in dem E15 Modell. Sowohl Schleswig-Holstein als auch andere Kritiker hatten beanstandet, dass der E15 Entwurf nicht mit den EU-Richtlinien konform gehe.

In Kiel meint man, der Staatsvertrag der anderen Länder beiße sich mit dem EU-Recht, weil er die Wettbewerbsfreiheit zu stark einschränke.

Tatsächlich liegt seit zwei Wochen eine Einschätzung der EU-Kommission zum Glücksspiel-Staatsvertrag vor; doch diese ist nicht klar und wird unterschiedlich interpretiert. Die EU-Kommission hat sich bereits in einem seitenlangen Entwurf dazu geäußert, jedoch sind die äußerungen bei den unterschiedlichen Personen offensichtlich auch unterschiedlich angekommen.

Die FDP hatte in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass sie das Glücksspielgesetz in Schleswig-Holstein für sehr gut und vorbildlich finden. Nun hat die Partei sich offensichtlich dennoch für den Anschluss an den Gesetzesentwurf für den Glücksspielstaatsvertrag entschieden und gibt damit ihren eigenen Wiederstand auf.

Es wurden spezielle Regelungen getroffen, in denen auch festgelegt wurde, dass das vorgesehene Gesetz auf jeden Fall für Niedersachsen gelten soll, unabhängig davon ob es letztendlich für das ganze Land verabschiedet wird oder nicht.