Der neuer Verwaltungschef Macau’s Fernando Chui will die Abhängigkeit der chinesischen Sonderwirtschaftszone vom Glücksspiel verringern.

Macau gehörte bis 1999 zu Portugal und ist jetzt der einzige Ort in ganz China in dem das Glücksspiel erlaubt ist. Vorallem Chinesen aber auch Touristen aus aller Welt die in Ihrer Heimat keine legale Gelegenheit haben, um Geld zu spielen, reisen nach Macau.

Durch das Glücksspiel hat Macau in den vergangenenen Jahren einen unglaublichen Boom erlebt. Mit 15 Milliardan Dollar überstiegen die Gewinneinnahmen der Casinos in Macau bereits 2006 die Einnahmen von Las Vegas. Der Umsatz der Casinobetreiber hat sich in den Jahren fast verzehnfacht. 2008 übertrafen die Gewinneinnahmem 59 Milliarden Patacas, das sind umgerechnet 4,9 Milliarden Euro. Somit hat Macau das Spielparadies Las Vegas längst überrundet. Die Steuern und Abgaben der Casinos machen 80 Prozent der Staatseinnahmen aus. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 36.000 Dollar stieg die kleine Enklave zu einer der reichsten Regionen Asiens auf.

Trotz Weltkulturerbe und trotz der wunderschönen portugiesisch?chinesischen Altstadt bleiben die eigentlichen Stars jedoch die Casinos. 24 Stunden täglich sind die Spielbanken in Betrieb, darunter das mächtige Sands als weltweit größtes Casino, das altmodische Lisboa und die anderen 27 Casinos der ehemaligen portugiesischen Kolonie.

Am 1. Januar 1962 wurde die erste Konzession zum Glücksspiel noch durch die Portugiesen vergeben. Mittlerweile befinden sich fast 4375 Spieltische und 13.300 Slot-Machines in dem 500 000 Einwohner Dorf. 2007 wurden 27 Millionen Gäste gezählt davon kamen alleine 26.338 aus Deutschland. Bei den Besucherzahlen kann sich also Las Vegas mit 39,2 Millionen Besuchern n o c h behaupten.

Der Zentralregierung Peking kommt der regelrechte Boom jedoch äusserts dubios vor. Aus Pekings Sicht muss in Macau etwas schief laufen, denn es passt nicht zusammen, dass die Umsätze um 60 Prozent wachsen, aber keiner der Anbieter eine ordentliche Marge erwirtschaftet. Durch Einreisebeschränkungen soll der Boom nun gestoppt werden. Gleich zweimal wurden in den vergangenen Wochen die Einreisebestimmungen für Festland?Chinesen verschärft. Besucher aus Guangdong, der reichen Provinz nördlich von Macau, dürfen seit einigen Wochen nur noch alle 2 Monate einreisen um ihr Glück beim Spiel zu versuchen. Einen sichtbaren Einfluss auf die Zockerzahlen hatte die Einreisebeschränkung bisher jedoch nicht, sie stiegen im Juni sogar um 22 Prozent. Auch chinesen aus der Volksrepublik müssen in Zukunft eine seperate Einreisegenehminung vorzeigen können.