In der Bundesrepublik wurde sehr zeitintensiv über einen neuen Glücksspielvertrag debattiert. Diese Diskussionen wurden dadurch ausgelöst, dass der aktuelle Vertrag, der dieses Jahr seine Gültigkeit verliert, vom Europäischen Gerichtshof als unrechtmäßig befunden wurde.

Vor Kurzem fanden sich die Chefs der Bundesländer zusammen und redeten über den Rahmen des neuen Glücksspielvertrags. In der neuen juristischen Vorlage werden Online Poker und weitere Formen des virtuellen Glücksspiels nicht berücksichtigt, aber sie gelten immer noch als unrechtmäßig.

Der Schwerpunkt bei diesem Treffen war die Liberalisierung der Online Sportwetten, und man kam darin überein, dass man im nächsten Jahr sieben Zulassungen für Anbieter aus dem Privatbereich bereitstellen möchte – nur in Deutschland versteht sich. Einer der Ministerpräsidenten nahm hier eine Sonderstellung ein.

15 der Länderchefs waren mit den Ideen einverstanden, doch der Chef von Schleswig-Holstein ist da ganz anderer Auffassung. Diese Position erklärt sich mit formalen Gründen und juristischen Zweifeln.

Er vertritt die Meinung, dass die Zuteilung von nur sieben Zulassungen nicht ausreiche und Beschwerden andere Zulassungskandidaten nach sich ziehen werde. Er befand ebenso die Abgabe von 16,66 Prozent auf den kompletten Gewinn von Wettbetreibern als nicht sonderlich hilfreich, hier wäre seiner Meinung nach eine Abgabe auf den Bruttoreingewinn effektiver.

Im Juni 2011 soll ein finales Gesetz herauskommen. Ob das norddeutsche Bundesland klein beigibt oder mit seinem Alleingang ein Mekka für Spieler schaffen wird, ist noch unklar. Nach Informationen des NDR, ist letztere Möglichkeit gar nicht so abwegig, weil manche Anbieter im Privatbereich, wie Bwin beispielsweise, schon damit liebäugeln, ihre Zentrale nach Schleswig-Holstein zu verlegen.

Damit will man dem hohen Abgabensatz aus dem Weg gehen.